FP-Sichrovsky: Politische Erwartungshaltung gegenüber Juden zu Israel ist Antisemitismus

Politische Sympathiewirtschaft von Religionsgemeinschaften ist ebenfalls abzulehnen

Wien, 2002-04-08, -(fpd)- "Die Forderungen einiger österreichischer Politiker, die Israelitische Kultusgemeinde Österreichs sollte sich von der israelischen Regierung distanzieren, ist ein demokratiepolitisch mehr als fragwürdiges Verhalten", stellte heute der freiheitliche Generalsekretär Mag. Peter Sichrovsky fest. Sie widerspreche den Grundrechten wie Religionsfreiheit und politischer Unabhängigkeit von Religionsgemeinschaften und mißachte auch die Grundrechte der Mitglieder von Religionsgemeinschaften als österreichische Staatsbürger.****

"Ein bestimmtes politisches Verhalten eines Mitglieds einer Religionsgemeinschaft zu erwarten, kommt ausgerechnet von jenen, die auch schon in der Vergangenheit Sympathisanten und Mitarbeiter der FPÖ dann besonders scharf kritisierten, wenn diese Mitglied der Jüdischen Gemeinde waren. Auch hier manifestiert sich eine demokratische Unreife, die Menschen nach ihrer religiösen Überzeugung in Gruppen einteilt, von denen dann ein bestimmtes politisches Verhalten erwartet wird", so Sichrovsky.

Der Generalsekretär weiter: "Leider sind hier auch einige Funktionäre der Jüdischen Gemeinde nicht ganz unschuldig an dieser Situation, wenn man ihre politischen Sympathien gegenüber den einen Parteien und ihre Abneigung gegenüber anderen berücksichtigt. Vielleicht fällt es auch jenen in der Israelitischen Kultusgemeinde langsam auf, daß ihre sogenannten "politischen Freunde" nun ausgerechnet die sind, von denen sie besonders scharf und zum Teil mit krassen antisemitischen Argumenten angegriffen werden."

"Selbstverständlich ist jede Kritik an der derzeitigen israelischen Regierung nicht nur erlaubt, sondern auch notwendig", stellt Sichrovsky klar. "Dennoch sollte sie", so Sichrovsky, "auf der Grundlage der Meinungsfreiheit die freie Entscheidung jedes österreichischen Staatsbürgers sein. Niemand darf in ein bestimmtes Verhaltensmuster gedrängt werden aufgrund seiner Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft. Das betrifft natürlich auch eine Erwartungshaltung gegenüber den Mitgliedern und Vertretern der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich."

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