4. Internationales Herzl-Symposion eröffnet

Klestil, Häupl, Zilk: Appell zu friedlichem Miteinander

Wien, (OTS) Angesichts der Lage im Nahen Osten zeigten sich die Eröffnungsredner des 4. Internationales Theodor Herzl-Symposion, Bundespräsident Dr. Thomas Klestil, Bürgermeister Dr. Michael Häupl und Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk am Montag im Wiener Rathaus besorgt über die Lage im nahen Osten und sprachen zugleich die Hoffnung darauf aus, dass der Friedensprozess wieder in Gang komme. Das Herzl-Symposion, heuer dem Thema Diaspora gewidmet, solle Wien als Ort des fruchtbaren Dialogs positionieren, der auch diesem Ziel des Friedens diene. Bei dem Symposion kommen prominente Vortragende auf nationaler und internationaler Ebene - u.a. Kurt Schubert, Paul Chaim Eisenberg, Jacob Allerhand, Moshe Zimmermann, Menachem Ben-Sasson, Johanan Bein, Isidor Levin, Avi Beker, Richard G. Hirsch, Klaus Dethloff und Kurt Scholz - zu Wort, vier Tage ist das Wiener Rathaus Zentrum der Diskussion um Fragen der Diaspora, der Zerstreuung des Judentums in alle Welt und seiner Beziehungen mit anderen Ländern, Völkern und Glaubensgemeinschaften sowie der damit verbundenen Schicksalhaftigkeit.****

Bei der Eröffnung, an der auch Kardinal Dr. Franz König, Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder und Ministerin a. D. Gertrude Fröhlich-Sandner teilnahmen, verwies Bundespräsident Dr. Thomas Klestil auf die Rolle des Judentums für die geistige und kulturelle Entwicklung ist Europa. Wien habe sich selbst in der Ära des Nationalsozialismus mit der Vertreibung und Vernichtung dieser Menschen großer geistiger Ressourcen beraubt und auch in den Jahren nach 1945 sei Österreich säumig in der Heimholung jüdischer Menschen und jüdischen Geistes gewesen. Heute habe sich das Land und die Stadt den dunklen Kapiteln der österreichischen Geschichte gestellt, es gebe eine lebendige jüdische Gemeinde, mit dem Holocaust Mahnmal sei auch ein würdiges Monument des Gedenkens geschaffen worden. Klestil dankte der islamischen und der jüdischen Glaubengemeinschaften in Wien für ihre gemeinsame Erklärung für den Frieden in Nahost und sprach sich in diesem Sinn und im Sinn Herzls für ein friedliches Miteinander im Nahen Osten aus. Wien könne - auch mit dem Herzl-Symposion - dazu beitragen, Brücken zwischen den Menschen und den Völkern zu bauen.

Bürgermeister Dr. Michael Häupl betonte, dass die österreichischen Demokratie "witterungsunabhängig" geworden sei, Besorgnisse bezüglich der Entwicklung des Landes hätten sich in mancher Hinsicht relativiert, das Problem der Restitution sei unter wesentlicher Beteiligung Wiens weitgehend gelöst worden. Mit der aktuellen Entwicklung im Nahen Osten liege ein Schatten über dem Herzl Symposion, der Anlass zu Besorgnis gebe. Es gehe darum, sich gerade in dieser Situation verstärkt um den Frieden in dieser Region zu bemühen. Wie Herzl an seine Utopie geglaubt habe, solle man an die Möglichkeit dieses Friedens glauben.

Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk, Präsident des Ehrenkomitees des Herzl-Symposions, erinnerte daran, dass Wien einmal eine der Hauptstädte der Juden in Westeuropa gewesen sei, eine Rolle, die durch die finsteren Jahre des Nationalsozialismus zerstört worden sei. Durch Jahrhunderte habe gegolten: wenn es den Juden in Wien gut gehe, gehe es auch der Stadt gut. Es gelte nun, an die geistige Rolle von Wien vor 1938 anzuknüpfen und den Juden Wien als mögliche Heimatstadt anzubieten.

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o Herzl-Symposium: www.wien.at/herzl-symposion/

(Schluss) gab

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