IHS-Studie durchleuchtet ärztliche Versorgung in Wien

Vergleich zu europäischen Metropolen - Dorner: "Weltstadt mit moderner ärztlicher Versorgung"

Wien (OTS) - Die Ärztedichte ist in den Städten prinzipiell höher als auf dem Land. In Wien gibt es um 72 Prozent mehr berufstätige Ärztinnen und Ärzte pro Kopf als im übrigen Österreich. Trotz des spürbaren Überhangs gegenüber Gesamtösterreich hat Wien aber eine niedrigere Ärztedichte als etwa Hamburg oder Berlin.

Das sind die Hauptergebnisse der Studie "Ärztedichte im urbanen Umfeld", die das Institut für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der Ärztekammer für Wien durchgeführt hat und die heute, Montag, von IHS-Chef Univ.-Prof. Dr. Bernhard Felderer und Ärztekammerpräsident Prim. MR Dr. Walter Dorner präsentiert wurde. In der Studie wurde die ärztliche Versorgung der fünf Städte Wien, Hamburg, Berlin, Paris und Lyon analysiert und vergleichend dargestellt.

Medizin - Weltstadt - Wien

"Der Grund, daß wir diese Studie in Auftrag gegeben haben, waren die permanenten Angriffe der Politik, Wien habe zu hohe Kosten und die positiv bilanzierenden Krankenkassen aus anderen Bundesländern müßten für den Überschwang von Wien büßen", so Ärztekammerpräsident Dorner.

Mit den fundierten Daten will der Ärztechef nun beweisen, daß man die Situation in Wien mit keiner anderen Stadt in Österreich vergleichen könne. Dorner: "Bislang hatten wir Indizien, Teildaten, Expertenaussagen. Nun aber liegt die Studie eines der renommiertesten Unternehmen Österreichs vor, die schwarz auf weiß belegt, daß auch international gesehen Ballungsräume eine höhere Ärztedichte aufweisen als ländliche Gebiete."

Grundlage für die Städteauswahl: Dabei handelt es sich um Metropolen, die alle über eine eigene medizinischen Fakultät verfügen. Lyon hat etwas weniger als 0,5 Millionen Einwohner, Wien und Hamburg jeweils etwas mehr als 1,5 Millionen, Paris mehr als 2 Millionen und Berlin liegt bei 3,4 Millionen Einwohner.

Niedrigere Ärztedichte als Hamburg oder Berlin

Trotz des spürbaren Überhangs gegenüber Gesamtösterreich hat Wien laut Studie eine niedrigere Ärztedichte als etwa Hamburg oder Berlin. Dies zeigt, daß Österreichs ländliche Gebiete im Vergleich zu Deutschlands ländlichen Gebieten über deutlich weniger Kassenärzte pro Kopf verfügen. Dorner: "Wien ist eine Weltstadt mit einer modernen ärztlichen Versorgung, die im Vergleich zu anderen europäischen Städten sogar noch ein wenig ausgebaut werden könnte. Und diese Weltstadt kann nur mit ihr ebenbürtigen Städten wie Paris, Lyon, Hamburg oder Berlin verglichen werden und das hat das IHS-Institut in der Studie getan."

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Die Kassenarztdichte ist in Österreich deutlich niedriger als in den Vergleichsstaaten Deutschland und Frankreich. In Deutschland gibt es annähernd doppelt so viele Kassenärzte pro Kopf wie in Österreich. Diese Tatsache kann wahrscheinlich nur zum Teil durch Unterschiede im Gesundheitssystem beziehungsweise der Definition von Kassenärzten erklärt werden. Im niedergelassenen Bereich, also auch unter Einbeziehung von Wahlärzten, liegt Österreich zwischen Frankreich und Deutschland. Auf Ebene aller berufstätigen Ärztinnen und Ärzte weist Österreich eine niedrigere Ärztedichte als Deutschland und Frankreich auf.

Auf Ebene aller berufstätigen Ärztinnen und Ärzte hat Wien eine geringere Ärztedichte als Hamburg, Berlin, Lyon und Paris. Bei den Kassenärzten (insbesondere bei den Fachärzten) bleibt Wien deutlich hinter Hamburg und Berlin zurück. Paris hat eine deutlich höhere Ärztedichte als alle anderen Städte. Dorner: "Für mich ist damit bewiesen, daß Wien zwar im Vergleich zu Gesamtösterreich über eine höhere Ärztedichte verfügt, das Angebot aber im gesamteuropäischen Vergleich durchaus noch ausbaufähig wäre."

Ärztedichte in Städten prinzipiell höher

Die Ärztedichte der Städte ist - international betrachtet -generell beträchtlich höher als die des jeweiligen Umlandes. Paris beispielsweise nimmt mit mehr als zweieinhalbmal so vielen berufstätigen Ärztinnen und Ärzten pro Kopf als in ganz Frankreich die Spitze ein. Wien folgt an dritter Stelle, nach den beiden französischen Städten, aber merklich vor Hamburg und Berlin. In Wien gibt es um 72 Prozent mehr berufstätige Ärzte pro Kopf als im übrigen Österreich, in Hamburg und Berlin jeweils in etwa um 45 Prozent mehr als im restlichen Deutschland.

Auf Kassenarztebene ist der Überhang weniger ausgeprägt, aber mit 47 Prozent mehr Ärztinnen und Ärzten pro Kopf in Wien immer noch deutlich (Hamburg: 23 Prozent, Berlin: 29 Prozent). (bb/hpp)

(Forts.)

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