LH Haider/LR Schiller: Dringender Appell zum Wassersparen

Einzelne Engpässe, doch Versorgung funktioniert - Monitoring bei Bezirkshauptmannschaften - Beschäftigungsprojekt für Wassertransport vorbereitet - Maßnahmenpaket für Landwirtschaft in Verhandlung

Klagenfurt (LPD) - Wassermangel wird in Teilen Kärntens immer mehr zum Problem und Regenwetter ist bis auf weiteres auch nicht in Sicht. Einen dringenden Appell, Wasser zu sparen und mit dem Wasser sorgsamst umzugehen, richteten heute Landeshauptmann Jörg Haider und Umweltlandesrat Herbert Schiller angesichts der seit langem andauernden Trockenheit an die Bevölkerung, im besonderen an die Bezirkshauptleute und die Gemeinden. Landeshauptmann Haider hatte heute vormittag zu einem Wassergipfel geladen, an dem auch Umweltlandesrat Herbert Schiller, Kärntens Bezirkshauptleute, Wasserschutz- Experten des Landes, Uwe Scheuch als Vertreter der Landwirtschaftskammer und der stv. Landesfeuerwehrkommandant Heinz Sajowetz sowie der Meteorologe Franz Stockinger teilnahmen. Laut Stockinger gibt es in den nächsten zehn Tagen keine oder kaum nennenswerte Niederschläge.

Haider und Schiller unterstrichen, dass Kärnten ein sehr wasserreiches Land ist. Derzeit gibt es infolge der langen Trockenheit punktuelle Engpässe, vor allem in Teilen Unterkärntens und im Lavanttal, die durch Wassertransporte mittels Feuerwehr bewältigt werden können. Mittelfristig sei es notwendig, die Wassermassen im Land über entsprechende Wasserschienen richtig, also von wasserreichen und wasserärmeren Gebieten, zu verteilen.

Der Landeshauptmann sagte, dass mit dem Arbeitsmarktservice ein gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt rund um die Wasserversorgung entwickelt werde. Dabei sollen vorrangig arbeitslose Feuerwehrleute beschäftigt werden, um die Feuerwehren bei ihren Wassertransporten zu unterstützen bzw. zu entlasten.

Es geht auch um Bewußtseinsbildung rund um das kostbare Gut Wasser. In diesem Sinn sollen auch die Schulen stärker mit der Thematik Wasser konfrontiert werden. Im übrigen ist die nächste Landesausstellung Kärntens dem Thema Wasser gewidmet. Der Landeshauptmann sagte, dass man nun alles tue, um rechtzeitig für etwaige Krisenfälle vorzusorgen. Dazu werde vorerst ein Monitoring zwischen den Bezirkshauptmannschaften, den Gemeinden und der Wetterdienststelle eingerichtet, um stets aktuelle Wetterprognosen und genaue Informationen über den Wasserstand in einzelnen Gebieten verfügbar zu haben.

Die Bevölkerung sei über die Bezirkshauptmannschaften und Gemeinden zum Wassersparen anzuhalten, zudem sollte auch jegliche Brandgefahr durch das Vermeiden offener Feuer reduziert werden, unterstrichen Haider und Schiller. Jeder sei aufgefordert, sich darüber Gedanken zu machen, wo und wie Wasser sinnvoll gespart werden könne. Massive Probleme infolge der Trockenheit und des Käferbefalls drohen der Land- und Forstwirtschaft, wie dies DI Uwe Scheuch von der Landwirtschaftskammer erläuterte. Ohne Niederschläge in den nächsten zwei Wochen seien Ausfälle im Grünland von über 50 Prozent und im Ackerbau bis zu 50 Prozent zu erwarten, so Scheuch. Hier müsse über Ernteausfälle und Futterankäufe bzw. Entschädigungen eigens und mit dem Bund verhandelt werden, verwies Haider auf die Notwendigkeit eines Maßnahmenpakets für die Landwirtschaft. In diesem Zusammenhang bemerkte Haider, dass die Abrechnungen bezüglich der letzten Dürre-Entschädigungen seitens der Kärntner Landwirtschaftskammer "dubios" seien. Originale Rechnungen würden fehlen, die Bauern müßten somit auf Gelder warten, kritisierte Haider.

Umweltreferent Schiller sagte, dass sich die Wasserschiene im Lavanttal sehr positiv auswirke und künftig von derzeit 42 km Länge auf 110 km erweitert werden solle. Eine diesbezügliche Studie ist in Auftrag gegeben. In Kärnten gebe es kein Versorgungs-, sondern ein Verteilungsproblem. Ein großes Wasserverbundnetz sei in den nächsten zwölf Jahren aufzubauen, wofür Kosten in Höhe von 100 Mio. Euro notwendig werden. Es müsse auch Bewußtseinsbildung für die Notwendigkeit von Wasserinvestitionen geweckt werden, so Schiller. In diesem Zusammehang hatte Schiller auch angeregt, im Zuge der Trassierung der Koralmbahn-Strecke gleichzeitig eine Wasserschiene mitzuberücksichtigen.

Franz Stockinger vom Wetterdienst Klagenfurt sagte, dass das Winterhalbjahr 2001/2002 mit 112 mm das trockenste seit 150 Jahren ist. Es fehlen die Niederschlagsmenge von einem halben Jahr. In den nächsten zehn Tagen würde sich am trockenen Wetter nichts ändern, so Stockingers Prognose. (Schluss)

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