AMON: ÖSTERREICHS BILDUNGSSYSTEM IST WELTWEIT UNTER DEN BESTEN

Nicht krankjammern, sondern weiter entwickeln

Wien, 4. April 2002 (ÖVP-PK) Der ÖVP ist es ein Anliegen, jene Ängste und Befürchtungen bei Eltern, Lehrern und Schülern auszuräumen, die sich aufgrund der parteipolitisch motivierten und zugespitzten Diskussion über das Bildungsvolksbegehren in der Öffentlichkeit ergaben. Das österreichische Schulsystem schneidet im internationalen Vergleich hervorragend ab, stellte heute, Donnerstag, ÖVP-Bildungssprecher Abg. Werner Amon in einer Pressekonferenz anlässlich der Unterausschuss-Beratungen zum Thema "Bildungsoffensive und Studiengebühren-Volksbegehren" fest. Die Forderungen des Bildungsvolksbegehrens werden gemeinsam mit inhaltlich ähnlichen Petitionen und Bürgerinitiativen im Unterausschuss zum Unterrichtsausschuss an drei Tagen diskutiert. ****

Innerhalb der OECD gebe Österreich für die Ausbildung der sechs-bis 15jährigen am meisten aus. Rechne man alle Bildungsausgaben zusammen, so liege Österreich hinter Korea, Schweden, den Vereinigten Staaten, Dänemark und Kanada innerhalb der OECD an sechster Stelle. "Das ist der Beweis dafür, dass wir nicht daran denken, das Bildungssystem kaputt zu sparen", so der Vorsitzende des Unterausschusses des Unterrichtsausschusses. Die Gehälter der Lehrer könnten sich im internationalen Vergleich durchaus sehen lassen. Aufgrund der dualen Berufsausbildung sei Österreichs Jugendarbeitslosigkeit zudem beneidenswert niedrig. EU-weit habe Österreich die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit; lediglich die Niederlande hätten ein besseres Ergebnis. Auch die kürzlich veröffentlichte PISA-Studie bestätige, dass Österreichs Schüler mit ihrem Wissen und Können international durchaus wettbewerbsfähig seien.

Diese guten Ergebnisse seien aber für die ÖVP kein Anlass, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern Ansporn, es in Zukunft noch besser zu machen. Die Qualität des Schulwesens könne nicht monokausal erklärt werden, sondern sei das Ergebnis zahlreicher schulischer und außerschulischer Einflussfaktoren. Vor diesem Hintergrund erscheine die für die Qualität des Schulsystems von der Opposition geforderte Senkung der Klassenschülerhöchstzahl fragwürdig. Es gebe keine einzige internationale Studie, die einen Zusammenhang zwischen Klassenschülerzahlen und Bildungsqualität aufzeige. Amon wies zudem darauf hin, dass die Schülerzahlen künftig aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge sinken werden. Zur SPÖ-Forderung nach einer Gesamtschule stellte Amon weiters fest, dass nicht die äußere Form der Organisation eines Schulsystems für die Qualität eines Schulsystems ausschlaggebend sei.

AMON ZU DEN FORDERUNGEN DES BILDUNGSVOLKSBEGEHRENS

Amon ging bei der Pressekonferenz auch auf die Forderung der Kooperation zwischen den Schulen im Bildungsvolksbegehren ein und verwies auf enttäuschende Ergebnisse der Zusammenarbeit zwischen Hauptschulen und AHS-Unterstufe (horizontale Kooperation) mittels Schulversuch in Wien. Diese horizontale Kooperation koste mehr als die derzeitige Form des Unterrichts. "Außer Spesen nichts gewesen" stellte Amon dazu zusammenfassend fest. Anders verhalte es sich hingegen bei der von der ÖVP bevorzugten Form der vertikalen Kooperation, der Zusammenarbeit zwischen Hauptschule und weiterführenden Schulen.

Hinsichtlich der geforderten Senkung der Klassenschülerhöchstzahlen erklärte Amon: "Von österreichweit 55.063 Klassen haben derzeit 8.962 Klassen mehr als 25 Schüler. Würde man dieser Forderung nachkommen, müsste man zusätzlich 6.759 Klassen eröffnen. Folge man also beispielsweise der Forderung der Grünen, würde dies allein bauliche Mindestinvestitionen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro bedeuten. Bei einem Unterrichtsbudget von 5,634 Milliarden Euro hätte dies eine Erhöhung um fast 45 Prozent zur Folge. Das ist schlicht und einfach absurd." Amon schlägt hingegen vor, einen "Stufenplan" zu entwickeln und sich die "Problemzonen" genauer anzusehen. Oftmals würden Klassen mit nur 29 Schülern "konzipiert", um Werteinheiten zu sparen, da ab 30 Schülern eine Teilung erfolge. Hier sei die Schulaufsicht gefordert, dies genauer unter die Lupe zu nehmen. Amon verwies auch darauf, dass es ab 2005 einen spürbaren Rückgang bei der Schülerzahl geben werde.

Eine weitere Forderung des Bildungsvolksbegehrens betrifft die Einführung einer Vollzeitberufsschule. Internationale Studien würden bestätigten, dass Österreichs niedrige Jugendarbeitslosigkeit zu einem großen Teil auf die duale Berufsausbildung zurückzuführen sei, so der ÖVP-Abgeordnete. Darüber hinaus gebe es bereits eine schulische Berufsausbildung wie die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen.

Den Vorschlag der SPÖ in der "Kleinen Zeitung", wonach diese eine Zustimmung zur AHS-Oberstufenreform nur von einer Zustimmung zum kooperativen Modell abhängig macht, wies Amon zurück. "Für ein solches Junktim steht die ÖVP nicht zur Verfügung. Wir wollen über eine Oberstufenreform der AHS verhandeln, die dringend notwendig ist". Über Kooperationsmodelle könne man gesondert sprechen. Amon sieht allerdings keine Notwendigkeit für neue Schulmodelle, die Durchlässigkeit des Schulsystems biete genügend Möglichkeiten. "Wir haben ein gutes Bildungssystem, das wir weiter entwickeln müssen". (Schluss)

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