Nach Bahnunglück in Wampersdorf: Arbeitsgespräch zwischen österreichischer und ungarischer Eisenbahnergewerkschaft

Wien (GdE/ÖGB). Ein Monat nach dem schrecklichen Zugsunglück in der Nähe von Wampersdorf/Österreich kam es nun zwischen Wilhelm Haberzettl, Vorsitzender der Gewerkschaft der Eisenbahner Österreichs (GdEÖ) und Istvan Gasko, Vorsitzender der freien ungarischen Eisenbahnergewerkschaft (VDSzSz) zu einem gemeinsamen Treffen in Sopron. ++++

Das Hauptthema des Arbeitsgesprächs war die gemeinsame Aufarbeitung der nach dem Unfall aufgekommenen Spannungen zwischen beiden Gewerkschaften und den Kolleginnen und Kollegen. Es wurde eindeutig festgehalten, dass die gute Beziehung zwischen beiden Gewerkschaften, welche auch Mitgliedsorganisationen der Europäischen Transportarbeiter Föderation sind, niemals in Frage gestellt wurde und von Seiten Wilhelm Haberzettl nie den ungarischen KollegInnen das Vertrauen aberkannt wurde.

Mit Bedauern wurde festgestellt, dass dies aus irreführenden Berichten ableitbar ist und es daher wichtig war dieses direkte Treffen und die Aussprache zu organisieren. Das Infragestellen des Vertrauenszugabkommen sollte alleinig dazu dienen, im Falle einer Verkettung von mehreren Faktoren, sofort den höchstmöglichen Sicherheitsstandard zu gewährleisten und den Raum für die notwendigen Untersuchungen ohne weiteres Risiko zu schaffen. Dies ist jedoch nach heutigem Stand der Untersuchungen nicht mehr notwendig und ein sicherer Eisenbahnbetrieb weiterhin gegeben.

Um zukünftig Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen und die Zusammenarbeit zwischen den Gewerkschaften noch zu vertiefen, soll in der Grenzregion ein gemeinsamer Arbeitsausschuss gegründet werden. Dieser gemeinsame Ausschuss soll zukünftig mit allen Angelegenheiten im grenzüberschreitenden Verkehr und den aus der Zusammenarbeit der Unternehmen resultierenden Fragen befasst werden. Damit setzen beide Gewerkschaften einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und für die gemeinsame Vertretung der Interessen der EisenbahnerInnen. Als erstes Ziel wurde die Ausarbeitung eines gemeinsamen Rechtsschutzabkommen und ein Leitfaden für den grenzüberschreitenden Personaleinsatz für die KollegInnen angekündigt.

Beide Vorsitzenden drückten ihr tiefstes Mitgefühl mit den Angehörigen der verunglückten Kraftfahrzeuglenker aus und wünschen allen zu Schaden gekommenen Personen eine rasche Genesung.

ÖGB, 4. April 2002
Nr. 293

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