ÖGB-Bachner: "Empörung über Bartensteins Geheimniskrämerei"

"Minister soll ArbeitnehmerInnen vertreten und nicht nur Unternehmer - atypisch Beschäftigte brauchen umfassenden sozialen Schutz!"

Wien (ÖGB).: "Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein hätte sich um die Verbesserung der Einkommenssituation atypisch Beschäftigter kümmern sollen, anstatt die Studie über die Lage derart Beschäftigter monatelang zurückzuhalten", kritisiert Roswitha Bachner, leitende Sekretärin des ÖGB. Sie fordert den Minister auf, seinen Verpflichtungen als Arbeitsminister nachzukommen. "Das heißt", so Bachner, "in diesem Fall hat der Minister umgehend - weil die "Geheim"-Studie ist ihm seit Monaten bekannt - Maßnahmen zur Verbesserung der Einkommen und des sozialen Schutzes von Atypischen zu setzen." ++++

"Herr Minister; erledigen Sie nicht nur die Arbeit der Unternehmer! Als Arbeitsminister haben Sie die Pflicht, sich um die Interessen der ArbeitnehmerInnen anzunehmen. Stattdessen vertreten Sie ausschließlich die Interessen der Unternehmer, für die es bequem ist, auf billige, atypische Arbeitskräfte zurückzugreifen, weil diese fast keine Rechte sondern nur Pflichten haben", empört sich Bachner. Der ÖGB fordert darüber hinaus eine umfassende soziale Absicherung für atypisch Beschäftigte.

"Es darf keine Zwei-Klassen von ArbeitnehmerInnen geben, nämlich jene, die ein sogenanntes "normales" Dienstverhältnis haben und solche, die atypisch beschäftigt sind." Daher wäre der Plan Bartensteins, atypisch Beschäftigte in die Arbeitslosenversicherung aufzunehmen an sich begrüßenswert. Die Umstände zwingen jedoch den Verdacht auf, dass es sich dabei bloß um ein leeres Versprechen handelt. "Denn warum hat der Minister die Studie geheim gehalten, anstatt die Probleme der Betroffenen offensiv anzugehen?" Bachner:
"Nach der Studie sind immer mehr Menschen, allen voran Frauen, armutsgefährdet, weil sie vom Einkommen aus der atypischen Beschäftigung alleine meist nicht leben können. Herr Minister nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr und sorgen Sie dafür, dass atypisch Beschäftigte ein Einkommen erhalten, mit dem sie auskommen können und ausreichenden sozialen Schutz haben!"

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