Laska: "Gute Bewertungen fallen nicht vom Himmel

215 Metropolen nach 39 Kriterien bewertet - Wien an 2. Stelle

Wien, (OTS) "Stolz sind wir darauf, dass wir wieder einen Platz vorgerückt sind in der Liste von 215 Großstädten, die die Personalberaterfirma William Mercer - gereiht nach der Lebensqualität - jährlich erstellt. Und zu Recht" so Vizebürgermeisterin Grete Laska. Seit wenigen Tagen ist klar: Wien ist mit seiner 2. Stelle eine der lebenswertesten Städte der Welt. "Bewertungen wie diese fallen nicht "vom Himmel", sie sind harte Arbeit" so Laska weiter. Damit es so bleibt, hat jeder seinen Teil beizutragen. "Ein wichtiger Punkt ist dabei unser Umgang mit der Jugend, nicht zuletzt auch aus wirtschaftlicher Sicht. Meine große Sorge gilt dabei all jenen, die im Herbst keine Lehrstelle finden und damit auch keine weitere Ausbildungsmöglichkeit haben könnten."****

Vom Krankenpfleger zur Designerin - lernen in Wien

Mit rund 1.000 Ausbildungsplätzen für Lehrlinge gilt der Magistrat Wien als größter Dienstleistungsbetrieb Österreichs. Zusätzlich bietet die Stadt als privater Schulerhalter mehr als 4.330 SchülerInnen eine Ausbildung an berufsbildenden Schulen an - ein wichtiger Beitrag gegen Jugendarbeitslosigkeit.
Ausbildungsplätze der Stadt Wien:

o Lehrlinge Wien und KAV: 800
o Wiener Stadtwerke: 200
o KrankenpflegeschülerInnen: 1.770
o ab 1.3. zusätzlich: 250
o MTA in Ausbildung: 1.000
o Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik: 445
o Sozialakademie: 154
o Modeschule Hetzendorf: 172
o Fachschule der St. Wien für Mode u. Bekleidungstechnik Siebeneichengasse: 79
o Fachschulen der St.Wien für wirtschaftliche Berufe
Hahngasse: 170
Dörflerstraße: 293
o Gesamt: 5.333

Auch außerhalb des eigenen Bereiches hat Wien seit 1997 alles daran gesetzt, Jugendarbeitslosigkeit zu verhindern: Alle Lehrstellensuchenden, die keinen Platz in einem regulären Lehrverhältnis finden konnten, konnten ihre Ausbildung in Stiftungen oder Lehrgängen absolvieren. Dieses hervorragende Auffangnetz wurde durch Berufsorientierungs- oder Hauptschulabschluss-Kurse erweitert. Im Vordergrund stand dabei stets die hervorragende Qualifizierung im Rahmen einer dualen Ausbildung. Mehr als 62 % der Teilnehmer in Stiftungen haben eine reguläre Lehrstelle gefunden. Zusätzliches Budget gab und gibt es auch für Jugendausbildung im Bereich der 19-25jährigen. Davon profitiert haben nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern auch die Wirtschaft und nicht zuletzt die Stadt in ihrer Gesamtheit.

Wo aber bleibt der Bund?

Seitens des Bundes wurden nun großteils alle Maßnahmen "wegrationalisiert" - darüber hinaus wurden per Gesetz die Landesarbeitsgruppen aufgelöst und die Länder verpflichtet, die fehlenden Mittel aufzubringen. "Der Bund erreicht sein - von Wirtschaft und Medien oft hochgelobtes - "Nulldefizit" nur auf Kosten der Länder und ihrer BewohnerInnen" so Laska. Im Bereich der Lehrlingsausbildung werden heuer noch eingesparte Restmittel in der Höhe von ATS 100 Millionen auf ganz Österreich aufgeteilt. Mit Blick auf den Herbst fordert Wien vom Bund einen Aktionsplan für Jugendbeschäftigung mit einer Neuschaffung der Auffangnetze und der Zulassung von Stiftungen als echten Ausbildungs-Ersatz.

Gute Fachkräfte gesucht

"Das soll auch als Appell an die Wirtschaft verstanden werden" Laska in Richtung der Betriebe. Denn das duale System beinhaltet die Einbeziehung der Betriebe, die mittel- und längerfristig selbst von gut Ausgebildeten profitieren. Natürlich ist es einfacher, gleich hervorragende Fachkräfte einzustellen als junge Menschen zu schulen, auszubilden und auf "das Leben" vorzubereiten. Doch Fachkraft wird niemand von allein - und das Engagement und die Solidarität seitens der Wirtschaft lassen zu wünschen übrig: "Wenn es mehr Lehrstellensuchende als offene Lehrplätze gibt und weniger Unternehmen Lehrlinge ausbilden, müssen wir nach Alternativen suchen. Denkbar ist etwa eine von allen finanzierte überbetriebliche Ausbildung" so Laska.

"Lebenslanges Lernen" kein leeres Schlagwort

Schlecht ausgebildete Menschen sind am ehesten von Arbeitslosigkeit betroffen. Das Lernen bleibt daher dem einzelnen nicht erspart. Doch die Rahmenbedingungen liegen bei uns allen: Die öffentliche Hand betreibt durch Sparen bei der Aus- u. Fortbildung Raub an der Zukunft der Kinder. Unabhängig welcher sozialer Herkunft muss allen der gleiche Zugang zu Bildungseinrichtungen geschaffen werden. Mit der Wiener Bildungsoffensive mit Schulneubau- und -sanierungsprogramm, der Anbindung aller Pflichtschulen ans Internet, der Fachhochschulförderung und mit Investitionen im Bereich der Erwachsenenbildung hat Wien gezeigt, welch wichtigen Stellenwert die Bildung hat.

Um beispielsweise allen Wiener Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, den Umgang mit Computern und modernen Kommunikationstechniken ohne Zugangsbarrieren zu erlernen, wurden alle 400 Pflichtschulen Wiens mit rund 10.000 Computern ausgestattet und durch ein hochleistungsfähiges Datennetz miteinander verbunden. Mit einem Investitionsvolumen von rund EUR 18,168.210 (ATS 250 Millionen), alleine für die öffentlichen Pflichtschulen, zählt dieses Vorhaben zu den ehrgeizigsten und anerkanntesten Bildungsprojekten Europas.

Wien auf der Seite der Lehrlinge

Bei einem Fünftel der österreichischen Bevölkerung bietet Wien ein Viertel aller Arbeitsplätze in Österreich. Damit befindet sich jeder 4. österreichische Arbeitsplatz weiterhin in Wien, wo im Februar 2002 747.785 Menschen unselbständig beschäftigt waren.

Gemessen an der Bevölkerung gab es in Wien im Februar 2002 die geringste Zahl an Lehrstellensuchenden von allen Bundesländern. Damals suchten in Wien 448 junge Menschen eine Lehrstelle, in Österreich waren es insgesamt 3.555.

In ganz Österreich ist die Zahl der Lehrstellensuchenden im Februar 2002 gegenüber dem Vorjahr gestiegen - und zwar um 22 %. In Wien lag der Anstieg deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt. "Doch das kann sich im Herbst ändern, wenn Berufsschulabgänger eine Lehrstelle suchen und der Bund nicht tätig wird" so Vizebürgermeisterin Grete Laska. Österreichweit befand sich bereits im Februar 2002 nur jede/r vierte arbeitslose Jugendliche in Schulungsmaßnahmen der Arbeitsmarktförderung. "Und das" Laska abschließend" "geht und alle etwas an!" (Schluss) eg

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