Öffis werden teurer - Wiener lieben ihre "Bim" trotz Infopleite

Wien (OTS) - Zwei Monate vor den beschlossenen, teilweise massiven Preiserhöhungen der Wiener öffentlichen Verkehrsmittel zeigen sich deren Fahrgäste ahnungslos aber lammfromm. Der echte Wiener meckert, bleibt aber dennoch Linien-treu. Da kann der VOR-Schein noch so teuer sein. OEKONSULT-Chef Joshi Schillhab sieht den Osterfrieden trotz kommender Preissprünge bei den Öffis nicht in Gefahr.

Auch nach dem Preissprung im Juni werden die Fahrgäste der Wiener Linien nicht ausbleiben. Zwei Drittel der 442 Befragten werden ihr Verkehrsverhalten trotz Preiserhöhungen "ganz sicher nicht ändern", insgesamt sehen 80 Prozent dazu keine Veranlassung. Ebenso viele attestieren dem Management schwerste Mängel bei der Kundeninformation.

OEKONSULT, das im Wien-nahen Baden beheimatete Beratungsunternehmen für Kommunikation und Mobile Business hat knapp vor Ostern an neuralgischen Knotenpunkten des Wiener öffentlichen Verkehrs nachgefragt, wie die Fahrgäste der Wiener Linien die Öffis, ihren Dienstleister und dessen Managementqualitäten beurteilen. Traditionell stellt OEKONSULT Aussagen und Behauptungen zur Diskussion, die dann von den Befragten beliebig deutlich bestätigt oder verworfen werden sollen. Dabei setzt Institutsleiter Schillhab auf eine sechsstufige Antwortskala, die ohne eine vorgegebene Möglichkeit zur Antwortenthaltung und ohne dezidierte neutrale Mitte auskommt. Die Befragung wurde in persönlichen Straßen( und -bahn)interviews mit einem elektronischen Fragebogen durchgeführt. Diese neue Methode liefert qualitativ hochwertige Befragungsergebnisse praktisch mit Beendigung des letzten Interviews durch Einsatz modernster Kommunikationstechnologien. Das von Schillhab entwickelte innovative, internetgestützte Umfrageinstrument heißt iQUEST.

Als sehr viel weniger professionell hingegen wird die Informationspolitik der Bim-Bosse beurteilt. Der fiktiven Behauptung, das Management der Wiener Linien habe die geplanten Preiserhöhungen den "Fahrgästen sehr umfassend und verständlich nahegebracht", erteilen die Umfrageteilnehmer eine entschiedene Abfuhr. Nur 3,6 Prozent erteilen ihren uneingeschränkten Ostersegen zur Kommunikationskompetenz der VOR-Lenker, aber 42 Prozent orten völlige Info-Amateure bei den Offi-Chefs. 80 Prozent insgesamt kritisieren die VOR-Informationen nachdrücklich als unzureichend.

Auswirkungen haben allerdings weder die Informationspolitik der Wiener Linien-Verantwortlichen noch die in wenigen Wochen anstehenden Preissprünge. Nur jede(r) zweite glaubt, dass sich die Preisanhebungen im politischen Wahlverhalten der Betroffenen widerspiegeln wird. Bim und Stadtpolitik werden dabei nur schwer im Zusammenhang gesehen. Mit 7 Prozent Meinungslosigkeit hält die diesbezügliche Frage den Spitzenwert der Antwortenthaltungen der aktuellen OEKONSULT-Umfrage.

Vermutlich zähneknirschend aber ohne Alternative glauben 56 Prozent, dass Pendler sich versucht sehen, wieder verstärkt das eigene Auto für Wienfahrten zu benutzen. 55 Prozent der Befragten widersprechen der Aussage, Preiserhöhungen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln der Bundeshauptstadt seien "unumgänglich und notwendig". 36 Prozent versagen den kommenden Maßnahmen jegliches "Verständnis und Akzeptanz". Insgesamt opponieren 55 Prozent unterschiedlich deutlich gegen das Preispaket.

Gleichzeitig dürfen sich die VOR-Verkehrsmanager über gute Qualitätsnoten freuen. Sechs von zehn Testpersonen meinen, im Großen und Ganzen stimme das "Preis-Leistungsverhältnis der Öffis im Großraum Wien". 13 Prozent widersprechen mit Vehemenz einer solchen Behauptung. Eine beachtlich positive Entwicklung des Wiener öffentlichen Verkehrs bekunden hochzufriedene 66 Prozent der Umfrageteilnehmer. Nur 11 Prozent verneinen unnachgiebig, bei den Wiener Linien hätte sich "in den vergangen Jahren sehr vieles deutlich zum Positiven" verändert. Auch das Gesamtmanagement der Öffis wird insgesamt positiv beurteilt. 55 Prozent stimmen der Aussage zu, der "öffentliche Verkehr im Großraum Wien wird sehr professionell gemanagt". Nachdrückliches Gesamtlob von den Fahrgästen (und solchen die es noch werden oder bleiben sollen): "Ganz generell sind die Wiener Öffis sehr attraktive Verkehrsmittel." Dieser frohen Osterbotschaft können sich gleich 75 Prozent der iQUEST-Testkandidaten anschließen. 35 stimmen diesem Pauschallob sogar ohne Wenn und Aber zu. Nur 4% sind unverbesserliche Öffi-Skeptiker.

Warum der VOR-Scheinlose Verkehr dennoch Wiener Volkssport bleibt, erklärt OKONSULT-Chef Joshi Schillhab mit der Wiener Mentalität:
"Viel Raunzen, aber über unsere Bim rein gar nix kommen lassen wollen. Dazu gerne schwarzfahren und trotzdem hochzufrieden mit dem Leben sein. Und ganz sicher nicht viel ändern müssen, politisch. Das ist der Wiener Seele nicht fremd." Die Daten der iQUEST Umfrage von OEKONSULT geben ihm recht. 73 Prozent meinen, "sehr viele Fahrgäste fahren schwarz". Das sind selbstverständlich die anderen.

Die gesamte Umfrage im Web, auch als PDF Datei:
http://www.oekonsult.at/iquest/bim

(Aktuelle Plakatkampagne: "Ich seh’, ich seh’, was Du nicht siehst. Wiener Linien.")

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