V*) NEU ERWORBEN im Museum für Völkerkunde

Neuerwerbungen der letzten Jahre aus allen acht Sammlungsbereichen 11. April - 14. Juli 2002

Wien (OTS) - Museum für Völkerkunde, Wien
Neue Burg, 1010 Wien
www.ethno-museum.ac.at

*) Museum für Völkerkunde

Pressekonferenz: Mittwoch, 10. April 2002, um 10.30 Uhr

In der Ausstellung NEU ERWORBEN präsentiert das Museum für Völkerkunde einer wieder aufgenommenen Tradition des Hauses entsprechend eine Auswahl von Neuerwerbungen der letzten drei Jahre. Es werden über 140 Objekte aus allen Abteilungen des Hauses vorgestellt, die entweder angekauft oder dem Museum als Geschenke übergeben worden sind.

Unter den Neuankäufen finden sich viele bemerkenswerte Kunstwerke und Sammlungen. Unter anderem sind dies ein archäologisches Tonfigurenpaar, ursprünglich Grabbeigabe der Nayarit aus West-Mexiko, und eine Gruppe von Wassertheaterfiguren aus Vietnam, die bereits im Vorspann zur großen geplanten Vietnam-Ausstellung vor Ort erworben wurde. Aus China werden "Mao-Devotionalien" aus der Zeit der Kulturrevolution präsentiert, aus Südamerika ein seltenes Textilfragment der peruanischen Chavín-Kultur sowie Ritualobjekte einer Schamanin aus Chile. Aus Papua Neuguinea sind unter anderem drei Ahnengeisterbilder auf Palmblattscheiden und der Kopf einer Marada-Ahnenholzfigur ausgestellt. Eine Gruppe von Grabskulpturen von den Philippinen und ein komplettes Ensemble einer marokkanischen Berber-Frauentracht aus dem Mittleren Atlas sind weitere bemerkenswerte Zuwächse. Dazu zählen unter anderem auch eine Shango-Schreinfigur des Yoruba-Künstlers Areogun von Osi und ein goldblattüberzogener Rednerstab von Osei Bonsu aus Ghana. Aus einer neu gegründeten Sammlung von europäischen Exotismusobjekten des 20. Jahrhunderts werden einige österreichische Beispiele aus den 50er und 60er Jahren vorgestellt.

Eine Präsentation von Neuerwerbungen dokumentiert einen Aspekt der Museumsarbeit hinter den Kulissen. Die Sammlungstätigkeit des Hauses garantiert das Fortleben des Museums als dynamische Einrichtung, die sich Entwicklungen der Gegenwart nicht versperrt. Sammeln, auch wenn es durch einen Museumskurator geschieht, ist ein subjektiver und zugleich kreativer Akt. Jeder wissenschaftliche Kustos hat Vorlieben und Schwerpunkte in der wissenschaftlichen Forschung, die natürlich in seiner Sammeltätigkeit reflektiert werden. Weiters wirken sich natürlich der Zeitgeist und Moden auf die Auswahl der Objekte aus, die in die Bestände eines Museums aufgenommen werden. In der Regel versucht ein Kustos, Lücken in einer Sammlung zu schließen oder Schwerpunkte auszubauen. Vor allem auch im Zuge von Ausstellungsvorbereitungen werden gezielte Ankäufe getätigt.

In dieser Ausstellung sollen einmal solche sonst meist im Verborgenen bleibenden Haltungen und Tendenzen öffentlich gemacht werden, indem der jeweils zuständige Kurator in einem kurzen Kommentar zu den Exponaten auch seine persönliche Sammlungsstrategie kundtut.

Seit Bestehen des Hauses haben auch Geschenke einen wichtigen Anteil an der Konstituierung und dem Ausbau der Sammlungen. Bis heute erhält das Museum von Förderern des Hauses ganze Sammlungen oder Einzelstücke gestiftet. Wir freuen uns, hier einige Schenkungen vorstellen zu können. Ein Beispiel ist die Äthiopien-Sammlung von Lore Trenkler, der langjährigen Köchin und Diätassistentin von Haile Selassie. Dazu kommt ein vom Künstler Peter Weihs im Nachspann zu unserer Kongo-Ausstellung gestiftetes Frühwerk von Moke, einem der bedeutendsten Maler der Demokratischen Republik, der im Herbst 2001 verstorben ist. Aus Korea erhielt das Museum unter anderem zwei Kleider aus den fünfziger Jahren von der früheren Präsidentenfamilie Chong geschenkt. Lilly Sohr, eine Auslandsösterreicherin und langjährige Förderin des Hauses, stiftete eine Sammlung von Mapuche-Objekten aus Chile. Vom früheren Botschafter Dr. Friedrich Posch erhielt das Museum eine Sammlung von Ethnographica aus Malaysia und den Philippinen.

Öffnungszeiten
Täglich außer Dienstag 10 bis 18 Uhr

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mit Museum für Völkerkunde (MVK) und
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