Pharmig (2): Gesundheitspolitik kontra Wünsche der Bürger?

Spectra-Studie "Arzneimittel: Was wollen die ÖsterreicherInnen?" gibt der Gesundheitspolitik klare Vorgaben -Pharmig präsentiert einen 6-Punkte-Forderungskatalog an die gesundheitspolitisch Verantwortlichen

(Wien/OTS) "Als Präsident der Pharmig freue ich mich natürlich außerordentlich darüber, dass die ÖsterreicherInnen den Wert und der Nutzen von Arzneimitteln in so eindeutiger Form anerkennen, sagte Dr. Ulrich H. Bode anlässlich der Vorstellung der Spectra-Umfrage "Arzneimittel: Was wollen die ÖsterreicherInnen" heute, Freitag, in Wien. Und: "Dahingegen honoriert die Gesundheitspolitik diesen Wert und Nutzen weit weniger bis gar nicht."

6-PUNKTE-FORDERUNGSKATALOG

Die Ergebnisse dieser Studie wertet Bode als "klare Forderungen der Bevölkerung an alle gesundheitspolitisch Verantwortlichen", deren Auftrag es sei, diesen Forderungen auch nachzukommen. Dazu präsentierte Bode einen 6-Punkte-Katalog, der aus Sicht der Pharmig dazu notwendig ist:

1. Alle gesundheitspolitisch Tätigen sind aufgerufen, das Vorurteil, dass Arzneimittel die Haupt-Kostenverursacher des Gesundheitswesens sind, der Bevölkerung gegenüber auszuräumen und über Einsparpotenziale auch in anderen Bereichen ernsthaft nachdenken.

2. Der hohe Wert und der große Nutzen, den Arzneimittel stiften, muss auch bei der Erstattung Vorrang vor Preis-Überlegungen haben. Besonders neue, innovative Arzneien, die auf den ersten Blick "teuer" erscheinen, können aus integrativer Sicht gerade DURCH ihre Verordnung zu nicht unerheblichen Einsparungen für das ganze Gesundheitswesen führen.

3. Der derzeitige Trend zur "Billigmedizin" ist zu stoppen. Das heißt, dass nicht vornehmlich Generika, sondern auch Innovationen ohne viel Hemmnis ins Heilmittelverzeichnis aufzunehmen und zu erstatten sind.

4. Die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel muss auch in Österreich auf einen begünstigten Satz von 10 Prozent abgesenkt werden. Was in anderen Ländern seit Langem Realität ist, muss auch in Österreich möglich sein.

5. Innovationen müssen belohnt werden. Die Pharmaindustrie braucht, um ihrem Auftrag nachkommen zu können, langfristige und planbare Rahmenbedingungen. Es braucht einen fairen Ausgleich zwischen der offensiven Ansiedlungsstrategie für Pharmaunternehmen und Pharmaforschung der Regierung und dem Preisniveau von Arzneimitteln, das in Österreich immer noch unter dem EU-Schnitt liegt.

6. Strukturelle Veränderungen müssen endlich ernsthaft angegangen werden. Mit Kompetenzdschungeln muss aufgeräumt werden, dem "Töpfchendenken" bei der Finanzierung eine klare Absage erteilt werden.

AUF ZU NEUEN UFERN!

Bode: "Wir müssen uns, wenn wir tatsächlich Strukturveränderungen im Gesundheitswesen erreichen wollen, sicher von vielen lieb gewordenen Mechanismen der Vergangenheit und der Gegenwart verabschieden. Aber wir müssen im Verbund aller Kräfte - die BürgerInnen mit einbezogen -endlich zu wirklich neuen Ufern im Gesundheitswesen aufbrechen!"

Die Pharmig plädiert daher massiver denn je dafür, dass Handeln vor Reden stehen muss. Es geht schließlich um ein langfristig solides Gesundheitswesen. Damit geht es auch um die abgesicherte, qualitativ höchstwertige Versorgung der ÖsterreicherInnen mit Arzneimitteln. Bode: "Die heute vorgestellte Studie hat eindrücklich gezeigt, dass es genau das ist, was die BürgerInnen dieses Landes auch wollen." Nachsatz: "Und was sie auch verdienen".
-rm/Fortsetzung

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