Spectra/Pharmig: Arzneimittel - Was die ÖsterreicherInnen wollen (1)

(Wien/OTS) Die Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, stellte heute, Freitag, eine österreichweit durchgeführte, repräsentative Studie zur Einstellung der ÖsterreicherInnen zu Arzneimitteln vor, die im Februar 2002 von Spectra Marktforschung/Linz durchgeführt wurde.

DIE WICHTIGSTEN ERGEBNISSE IN KÜRZE:

Die Befragten (1.000 Personen ab 15 Jahren) stellten eindeutig klar, dass sie Arzneimittel als höchst wertvolle Güter mit hohem Nutzen erachten. 67 Prozent anerkennen die Tatsache, dass neue Arzneimittel wesentliche Fortschritte bringen. 22 weitere Prozent stimmten dem "teils, teils" zu. 85 Prozent der Interviewten bescheinigen Arzneimitteln "hohe Wirksamkeit" und mehr als die Hälfte befinden, dass "Arzneimittel ihren Preis wert" sind. Das bedeutet, dass die ÖsterreicherInnen den hohen Nutzen von Arzneimitteln anerkennen und ihren Wert zu schätzen wissen.

GEGEN SPAREN BEI ARZNEIMITTELN

Obwohl die Mehrheit der ÖsterreicherInnen zu Unrecht glaubt, dass Arzneimittel der größte "Kostentreiber" im Gesundheitswesen sind (72 Prozent) und nur fünf Prozent wissen, dass der Anteil der Ausgaben am Gesamtbudget der Krankenkassen nur 14 Prozent beträgt, sprechen sich mehr als die Hälfte (55 Prozent) gegen Sparmaßnahmen im Arzneimittelbereich aus. Nur 21 Prozent sind "eher dafür".

Ein knappes Viertel der Befragten (23 Prozent) wollen überhaupt keine Einsparungen im Gesundheitsbereich sehen. Dahingegen soll nach Auffassung der Bevölkerung eher (41 Prozent) im Verwaltungs- und Personalbereich der Sparstift angesetzt werden.

Nur fünf Prozent sind der Meinung, dass Arzneimittel "zu teuer" sind oder dass "ÄrztInnen billiger verordnen sollten".

KASSEN SOLLEN ZAHLEN

Die ÖstereicherInnen erwarten, dass die Krankenkassen notwendige (auch moderne) Arzneimittel erstatten, also, dass jene Arzneimittel, die der Arzt einem individuellen Patienten verordnet, auch bezahlt werden müssen. (79 %: "stimme zu", 17 %: "stimme teilweise zu", in Summe: 96 %). Dass die Krankenkassen nötige Arzneimittel in jedem Fall bezahlen müssen, meinen 63 Prozent, weitere 25 Prozent stimmen teilweise zu (in Summe: 88 Prozent).

WISSENSDEFIZITE - THEORIE UND PRAXIS

Außerordentlich differenziert und kritisch schätzt Dr. Walter Wintersberger von Spectra die Ergebnisse der Umfrage zu den Bereichen Generika und Arzneimittel-Substitution ein: "Hinsichtlich Generika herrscht noch ein großes Wissensdefizit (57 Prozent der Befragten gaben an, noch nie von Generika gehört zu haben, Anm.). Gefühlsmäßig stuft die Bevölkerung Originalpräparate und Generika als gleichwertig ein, und die Hälfte der ÖsterreicherInnen könnte sich theoretisch vorstellen, eine Substitution von Originalpräparaten durch Generika zu akzeptieren. "Theoretisch" deshalb, weil es vor allem Gesunde sind, die mit einer Arzneimittel-Substitution einverstanden wären. Kranke Personen, die regelmäßig Medikamente nehmen, lehnen eine solche Substitution mit knapper Mehrheit ab.

OTC: VERTRAUEN IN APOTHEKEN, VIELE GEHEN DENNOCH ZUM ARZT

65 Prozent der Befragten geben an, bei kleineren Befindlichkeitsstörungen erst einmal in die Apotheke zu gehen, um sich ein rezeptfreies Arzneimittel zu besorgen. Etwas mehr als ein Fünftel (21 %) suchen auch bei "Banalerkrankungen" gleich ihren Arzt/ihre Ärztin auf. Der Rest handhabt dies "ganz verschieden".

DIE ÖSTERREICHER UND DIE PHARMAINDUSTRIE

Insgesamt 82 Prozent der ÖsterreicherInnen stehen Pharmaunternehmen eher positiv (19 Prozent) oder gänzlich neutral (63 Prozent) gegenüber. Dr. Wintersberger: "Wenn man im Detail die Vor- und Nachteile überprüft, sieht man, wenn man einzelne Punkte erhebt, dass die Bevölkerung sehr gut weiß, wo die Vorteile und der Nutzen der Pharmaindustrie liegt. Ganz generell heißt das, dass emotional keine Bindung besteht. Ein möglicher Grund mag darin liegen, dass die Pharmaindustrie nur einen sehr geringen Kontakt zum Endverbraucher hat (was auch durch gesetzliche Regelungen normiert ist, Anm.). Insgesamt stehen die Österreicher "der Industrie" gefühlsmäßig distanziert gegenüber. Das trifft alle Branchen, die Pharmaindustrie ist keine Ausnahme. Kleinere Betriebe - die nicht als "Industrie" empfunden werden - wirken generell sympathischer, aber auch das ist branchenunabhängig."

Im Detail stellen die ÖsterreicherInnen der Pharmaindustrie, so Dr. Wintersberger, ein sehr gutes Zeugnis aus. Auf der Image-Skala (1-7; 1 = sehr positiv, 7 = negativ) erreicht kein Abfragepunkt einen schlechteren Wert als 4. Bestnoten erreichen die Erkenntnisse, dass Arzneimittel Fortschritt bringen, lebensnotwendige Produkte darstellen, die Pharmabranche über Wirtschaftskraft verfügt, sie dem Menschen und der Gesundheit verpflichtet ist. Die ÖsterreicherInnen verstehen auch, dass die Pharmaindustrie gewinnorientiert arbeiten muss - selbst dieser Punkt erreicht auf der Image-Skala die gute Note 2. -rm/Fortsetzung

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