"profil": Riess-Passer: "Steuerreform nicht unter einer Milliarde Euro"

Vizekanzlerin plädiert für Nulldefizit in Verfassung und Berufsheer - Kritik an Wehrmachtsausstellung und Kardinal Schönborn

Wien (OTS) - In einem Interview in der Samstag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" nennt Vizekanzlerin und FPÖ-Obfrau Susanne Riess-Passer erstmals Zahlen für die von den Freiheitlichen heftig geforderte Steuerreform im Jahre 2003. Riess-Passer in "profil": "Das wird ein erster Schritt sein, der sicher nicht unter einer Milliarde Euro ausfallen kann."

Die FPÖ-Vorsitzende tritt zudem wie ihr Klubchef Peter Westenthaler dafür ein, das Nulldefizit in der Verfassung zu verankern. Riess-Passer: "Das ist eine Super-Idee. Es sollen auch künftige Regierungen daran gebunden sein, einen ausgeglichenen Haushalt zu haben."

In der aktuellen Debatte über das österreichische Bundesheer regt die Vizekanzlerin einen Systemwechsel an. Die FPÖ-Vorsitzende plädiert für die Umstellung auf ein Berufsheer innerhalb von fünf bis zehn Jahren. Riess-Passer: "Ich bin für ein Berufsheer, weil es schon jetzt gefährlich ist, Präsenzdiener etwa zur Grenzsicherung einzusetzen." Im "profil"-Interview lehnt Riess-Passer darüber hinaus sowohl die Beibehaltung der Neutralität als auch einen NATO-Beitritt ab. Die FPÖ-Chefin: "Ich würde ein europäisches Verteidigungssystem bevorzugen."

Kritik übt die Vizekanzlerin an der demnächst in Wien startenden Wehrmachtsausstellung. Sie werde diese zwar besuchen, doch das, was sie bisher darüber gelesen habe, bestätige ihre "Befürchtung, dass sie einseitige Geschichtsbetrachtung betreibt". Riess-Passer: "Wenn man alle Wehrmachtssoldaten nur als Verbrecher darstellt, dann ist das historisch falsch."

Auch zu der jüngst entflammten Debatte über die Jesus-Karikaturen Gerhard Haderers nimmt die Vizekanzlerin in "profil" Stellung und kritisiert dabei die Haltung des Wiener Erzbischofs Kardinal Christoph Schönborn. Riess-Passer fühlt sich durch die Karikaturen in ihrem eigenen religiösen Empfinden "nicht verletzt". Riess-Passer:
"Vom Herrn Kardinal hätte ich mir Mut oft an anderer Stelle gewünscht." Die Kirche sei heute in einer schwierigen Position, "weil sie einige gesellschaftliche Entwicklungen nicht nachvollzogen hat und deshalb auch vielen Menschen auch keine Antworten mehr geben kann - ich denke etwa an die wiederverheirateten Geschiedenen oder den Umgang mit Homosexuellen", so Riess-Passer in "profil".

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