"profil": Scharfe Kritik an Auswahl islamischer Religionslehrer in Österreich

Türkischer Dachverband für Boykott des Religionsunterrichts -viele Lehrer seien "fundamentalistisch eingestellt"

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Samstag erscheinenden Ausgabe berichtet, erhebt Ali Yavuz Kuscu, der Präsident des Dachverbands der türkischen Vereine in Österreich, schwere Vorwürfe gegen die "Islamische Glaubensgemeinschaft", die offizielle religiöse Dachorganisation der in Österreich lebenden Muslime.

Die von der Religionsgemeinschaft ausgewählten Religionslehrer für den islamischen Unterricht an öffentlichen Schulen seien in der Mehrzahl "nicht genügend qualifiziert und sehr oft fundamentalistisch eingestellt". Kuscu will deshalb zum Boykott des Religionsunterreichts aufrufen. Kuscu: "Wir werden den Eltern empfehlen, ihre Kinder vom islamischen Religionsunterricht abzumelden."

Scharfe Kritik übt der Dachverband von 182 Vereinen mit über 100.000 Mitgliedern vor allem an Anas Schakfeh, dem Präsidenten der Glaubensgemeinschaft. "Er hat kein Recht, uns zu vertreten", wir Kuscu in "profil" zitiert. "Er unterstützt obendrein fundamentalistische Organisationen." Der türkische Dachverband, dem die meisten Muslime in Österreich angehören, ist nicht Mitglied der Glaubensgemeinschaft.

Schakfeh ist einziger Fachinspektor für den islamischen Religionsunterricht. Gegenüber "profil" gab er jedoch an, im laufenden Schuljahr noch keine einzige Klasse inspiziert zu haben, obwohl er vom Stadtschulrat ein monatliches Gehalt in der Höhe eines Bezirksschulinspektors bezieht. "Es geht um 1680 Standorte in ganz Österreich", rechtfertigt sich Schakfeh gegenüber "profil". "Die kann ich unmöglich allein inspizieren." Der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft sieht sich als Opfer einer Intrige. Schakfeh:
"Der türkische Staat mag unsere Institution hier nicht gerne, weil er gewohnt ist, die religiösen Angelegenheiten zu verwalten. Hier in Österreich mischt sich der Staat zum Glück nicht in die inneren Angelegenheiten der Kirchen und Religionsgemeinschaften ein."

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