Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar - Wie schön wäre Osterlachen

Klagenfurt (OTS) - Ausgabe vom 29. März 2002=
Wie schön wäre Osterlachen - Im Rom leidet sich
vor den Augen der Welt ein Pontifex den Rest seines Lebens. In der Ausgabe vom 29. März 2002=
Wie schön wäre Osterlachen - Im Rom leidet sich
vor den Augen der Welt ein Pontifex den Rest seines Lebens. In der Via Dolorosa treibt Verzweiflung junge Menschen zum massenmörderischen Selbstmord, als hätte es hier das Sühneopfer nie gegeben. Nigerianische Steinigung ist keine alttestamentarische Todesart mehr, sondern religiös begründete Gegenwart. Und zwischen Kabul und Washington wird der Name Gottes ebenso oft in den Mund genommen, wie mit Füßen getreten. Politik ist da wie dort über weite Strecken nichts als selbstgefällige Anrufung Gottes. Verständnislos hören die jungen Menschen in Europa hin und bald wieder weg. Wer will"s ihnen verargen? Während die Kirchen wachsenden Unglauben beklagen, und letztlich doch auch nicht besser von Gott zu reden wissen als ein Bin Laden oder ein George Bush, soll im Land der Aufklärung, in Frankreich, wieder das Schulfach Religion eingeführt. Nicht dass die Kinder glauben, sondern dass sie wissen, wovon die Mörder reden, wenn sie Gott anrufen.
Und in Österreich? "Über Gott lacht man nicht", sagte Bischof Laun anlässlich der Diskussion über das Haderer-Buch. Wie schön wäre es, wenigstens über ihn lachen zu dürfen. Das würden die jungen Menschen verstehen und lieben. Das "Osterlachen" in der Kirche ist längst vergessen, geblieben ist nicht die Auferstehung, sondern die Fleischweih". Möglichst open air. Nicht in der Kirche, sondern draußen beim Marterl auf der Wiese, wo sogar die Sonne lacht. Wir haben Sehnsucht nach dem Lachen. Könnte das nicht Gottessehnsucht sein?

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