"Kleine Zeitung" Kommentar: "Anschleichen" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 29.3.2002

Graz (OTS) - Seit einigen Wochen bekräftigen die Grünen ihre Bereitschaft, regieren zu wollen, um im selben Atemzug zu verbreiten, es werde ohnehin nicht dazu kommen, weil die rot-schwarze Koalition wiedergeboren werde.

Diese Sprachregelung gab der Chef persönlich aus. Die Grünen hätten laut Alexander Van der Bellen keine Lust, sich in der Opposition pragmatisieren zu lassen, doch müsste die Partei auf den "Kulturschock", plötzlich der Regierung anzugehören, gut vorbereitet sein.

Zur Einstimmung gehört offenbar, dass der Anschein erweckt wird, als könnten die Grünen so wohl mit den Roten als auch mit den Schwarzen eine Regierung bilden.

Dass sich schon rein rechnerisch eine Koalition mit der ÖVP nicht ausgeht, weil dieses Bündnis nach menschlichem Ermessen nicht über die Mehrheit im Parlament verfügen wird, stört den Professor nicht. Er und seine neuen Stellvertreterinnen Madeleine Petrovic und Eva Glawischnig möchten vermeiden, dass eine Koalition mit der SPÖ bereits jetzt als ausgemacht gilt.

Warum, ist klar: Eine rot-grüne Allianz ist in allen Umfragen unpopulärer als Rot und Grün getrennt. Man schleicht besser sich an die Macht, statt sie offen anzustreben.****

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