Ungarn - Geheimtip der Woche

Kalocsa - Die Hauptstadt des Paprika

Wien (OTS) - Die südliche Tiefebene ist die Obst- und Gemüsekammer Ungarns. Marillen aus Kecskemét, natur oder als köstlicher Barack, Kirschen aus Csengöd, Kraut aus Szentes, Zwiebel aus Makó, und eben das "rote Gold" aus Kalocsa.

In keinem anderen Land der Welt hat der ursprünglich vermutlich von den Arabern nach Spanien gebrachte Paprika einen derartigen Siegeszug angetreten wie in Ungarn. Die scharfe rote Schote ist als Gemüse und Gewürz aus den magyarischen Kochtöpfen nicht wegzudenken. Nicht nur im Gulasch, das in Ungarn Pörkölt heißt, auch in Wurstwaren, Suppen, Gemüsespeisen, bei Fleisch, Geflügel oder Fisch, immer ist Paprika zentraler Bestandteil der Gerichte.

In früheren Jahrhunderten wurde der Paprika heimlich angebaut und galt als Heilpflanze. Als Gewürz gelangte erst Mitte des 19. Jahrhunderts zur Verwendung. Zu dieser Zeit war Szeged das Zentrum des Anbaus, dem Anfang des 20. Jahrhundert von Kalocsa der Rang abgelaufen wurde. Es ist bis heute das größte Anbaugebiet der roten Köstlichkeit. Die Gutshöfe der Bischöfe des 1000 Jahre alten Erzbistums bildeten die Grundlagen für den Anbau des roten Goldes, wie das weltweit exportierte Gewürz auch genannt wird.

Diesem besonderen Schatz Ungarns ist nicht nur ein eigenes Paprikamuseum gewidmet, sondern auch die "Paprikatage" im September (6.-21.Sept. 2002). Bei dieser zweiwöchigen Veranstaltung anläßlich der Ernte dreht sich alles um den Paprika. Begleitet wird das Fest von farbenfrohen Umzügen, vielseitigen Unterhaltungsprogrammen und einem Kochwettbewerb für Paprikaspeisen, dessen Ergebnisse natürlich auch verkostet werden können. Während des ganzen Jahres kann man an den malerischen Häusern von Kalocsa dichte Ketten des leuchtend roten Gemüses, die in Sonne und Luft trocknen, sehen.

Die 1000-jährige Stadt und ihre Umgebung hat aber auch eine Reihe anderer Sehenswürdigkeiten zu bieten. Etwa den Dom und das Erzbischöfliche Palais aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Im Oratorium des Domes befindet sich die Erzbischöfliche Schatzkammer mit einzigartigen Kleinoden. Die Bibliothek des Erzbischöflichen Palais birgt nicht nur wertvolle Fresken von Maulbertsch, sondern auch unschätzbare Pergamente, Kodizes, Wiegendrucke und Landkarten.

Kalocsa und die Dörfer rund um die Stadt haben einen engen Bezug zur Donau, Kirchen erinnern an Überschwemmungen und Rettung. Die Kelterhäuser und Keller für an den Lößhängen der Ufer wachsenden Wein, dem zweiten Reichtum der Region, liegen weit oben, außerhalb der Reichweite des Hochwassers. Das beliebteste Ausflugsziel der Gegend ist der Szelid-See, von dem eine Legende erzählt, daß sein Wasser heilende Wirkung habe.
(Bürgermeisteramt Kalocsa, Tel./Fax 0036/78/462200, muhaz@freemail.hu)

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