Landwirtschaft fordert dringend weitere Saisonarbeiter und Erntehelfer

Schultes: Ministerium soll entsprechende Verordnung umgehend erlassen

Wien, 28. März 2002 (AIZ). - "Die österreichische Landwirtschaft hat derzeit zu wenig Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer, sie braucht für die bevorstehende Spargelernte nach Ostern dringend die notwendigen Beschäftigungsbewilligungen, deren Ausstellung der ÖGB derzeit verhindert." Dies stellte heute VP-Nationalrat Hermann Schultes gegenüber dem AIZ fest. Eine entsprechende Verordnung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit sei zwar in Vorbereitung, liege aber noch nicht vor, so Schultes. Er hofft, dass ein am Dienstag nächster Woche stattfindendes Spitzengespräch der Sozialpartner mit Minister Martin Bartenstein eine Einigung in dieser Frage bringt.

Die österreichische Landwirtschaft ist bekanntlich auf die Beschäftigung ausländischer Erntehelfer angewiesen. Das betrifft vor allem den Wein- sowie den Gemüsebau und aktuell die Spargelerzeugung. "Tatsache ist, dass der Bedarf an Arbeitskräften im Inland nicht abgedeckt werden kann, so dass die ausländischen Erntehelfer keine Konkurrenz für inländische Arbeitssuchende darstellen. Die Erntehelfer, die hereinkommen, stammen aus der Landwirtschaft, sie sind diese Tätigkeit auch körperlich gewöhnt. Zum Teil kommen sie schon jahrelang zum gleichen Betrieb, sie kennen somit auch den Ablauf", erklärt der Leiter des Referats für Sozialpolitik in der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Friedrich Noszek, auf Anfrage des AIZ.

Letzes Jahr war es erstmalig möglich, neben Saisonniers auch Erntehelfer kurzfristig maximal sechs Wochen zu beschäftigen, nachdem entsprechend dem Regierungsprogramm eine zusätzliche Form der Beschäftigung von Ausländern geschaffen wurde. "In den letzten Jahren war eine reibungslose Beschäftigung mit Hilfe von Verordnungen des Ministeriums und dem Einsatz der AMS-Dienststellen möglich", so Noszek.

Aufstockung des Saisonarbeiter- und Erntehelfer-Kontingents notwendig

Heuer werden rund 12.000 Saisonniers und etwa 5.500 Erntehelfer in Österreich gebraucht. Saisonniers können maximal sechs Monate beschäftigt werden, Erntehelfer bis zu sechs Wochen. Eine erste Verordnung im Umfang von 3.980 Plätzen für Saisonarbeitskräfte wurde bereits erlassen. Durch die hitzige politische Debatte über das Konjunkturpaket und die aktuelle Arbeitsplatzsituation ist eine emotionalisierte Stimmung zum Thema Saisonniers eingetreten. Bundesminister Bartenstein strebt daher als Voraussetzung für den Erlass einer zweiten Verordnung von Beschäftigungsbewilligungen eine Sozialpartnereinigung an.

Die Präsidentenkonferenz und der Arbeitgeberverband land- und forstwirtschaftlicher Betriebe haben bereits versucht, ein Einvernehmen mit der Gewerkschaft herbeizuführen, das ist aber nicht gelungen. Schultes fordert daher eine umgehende Erlassung dieser Verordnung und deren schnellen Vollzug, "damit für die Bauern die notwendigen Arbeitskräfte rechtzeitig zur Verfügung stehen". (Schluss) kam

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