Arbeitslosigkeit: Warnungen des ÖGB bestätigen sich Monat für Monat

Verzetnitsch: Aktive Arbeitsmarktpolitik mehr denn je gefragt

Wien (ÖGB). "Auch die Arbeitsmarktdaten für März 2002, die eine um 18 Prozent höhere Arbeitslosigkeit als ein Jahr zuvor ausweisen, bestätigen einmal mehr die Warnungen des ÖGB", erklärte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch zu den von Minister Bartenstein veröffentlichten Arbeitslosenzahlen. "Monat für Monat bestätigen die Arbeitsmarktdaten die Warnungen des ÖGB. Gegensteuern und eine aktive Arbeitsmarktpolitik sind angesichts der neuesten negativen Arbeitsmarktdaten mehr denn je gefragt", sagte Verzetnitsch.

Selbst Bartenstein gibt zu, dass es keinen Grund zu einer Entwarnung gibt und bestätigt damit, was der ÖGB seit Monaten aufzeigt. Verzetnitsch fordert von der Bundesregierung aktive Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Es sei "unabdingbar", dass die Regierung rasch Maßnahmen ergreife.

Angesichts der wenig erfreulichen Arbeitsmarktdaten für März forderte der ÖGB-Präsident neuerlich von der Bundesregierung ein wirkungsvolles Sofortprogramm gegen die Arbeitslosigkeit ein. "Ich erwarte von der Bundesregierung die gleichen Anstrengungen in der Arbeitsmarktpolitik wie für die Einführung des Euros. Immerhin sei die Vollbeschäftigung ein gleichwertiges Ziel der EU. Wo ist das Programm der Bundesregierung zur Erfüllung dieses Zieles, dass hunderttausende Menschen direkt betrifft", fragt Verzetnitsch.

Verzetnitsch verlangt daher von der Bundesregierung die Warnungen des ÖGB ernst zu nehmen und mehr Augenmerk auf aktive Arbeitsmarktpolitik, Investitionen in die Infrastruktur und in Forschung und Entwicklung auf klein- und mittelbetrieblicher Struktur zu legen. Konkret fordert der ÖGB, die Arbeitsmarktreserve von 109 Mill. Euro (1,5 Mrd. S) frei zu geben, eine Qualifizierung für alle, die länger als drei Monate arbeitslos sind, das Vorziehen von Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und konkrete Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Ein wichtiger Bestandteil einer Offensive zur Schaffung von Arbeitsplätzen sind für Verzetnitsch auch Initiativen zur Verbesserung der Jungendbeschäftigung. Verlangt wird ein Jugendbeschäftigungsgipfel und Mittel für ein ausreichendes Auffangnetz. Bei der Ausbildung ist auch mehr Engagement der Betriebe, vor allem für jugendliche ArbeitnehmerInnen, gefragt. Der ÖGB-Präsident forderte Arbeitsminister Martin Bartenstein auf, seine Garantien einzulösen, wonach jeder Jugendliche, der sucht, eine Lehrstelle bekommt. (ew)

ÖGB, 28. März 2002 Nr. 272

Der ÖGB unterstützt das Volksbegehren "Sozialstaat Österreich" vom 3. bis 10. April 2002. Machen Sie mit! Jede Stimme zählt.

Rückfragen & Kontakt:

Ernst Weber
Tel. (++43-1) 534 44/361 DW
Fax.: (++43-1) 533 52 93

ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB