Wirtschaftskammer lehnt Dirigismus bei Förderungen für die Lehrlingsausbildung ab

Beratung und Service als Maßnahme gegen Lehrstellenmangel sinnvoller

Wien (PWK230) - "Der Vorschlag des WIFO-Experten Walterskirchen, teure und zukunftsträchtige Lehrlingsausbildungen finanziell zu unterstützen, muss mit großer Vorsicht aufgegriffen werden", meint Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung für Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich. Landertshammer: "Nur zustimmen kann man der Meinung des WIFO-Experten, dass es nicht reicht, Jugendliche im öffentlichen Auffangnetz unterzubringen. Die Wirtschaftskammer fordert deshalb weitere Verbesserungen der Rahmenbedingungen für Lehrbetriebe, etwa durch die Rückerstattung der Lehrlingsentschädigungen während der Berufsschulzeit durch einen Berufsausbildungsscheck für Lehrbetriebe."

"Große Vorsicht müsse man aber bei gezielten Förderungen für bestimmte Branchen walten lassen. Jede Förderung einzelner Branchen bedeutet ausdrücklich eine Nicht-Förderung der jeweils anderen Branchen", betont Landertshammer. Immerhin werden mindestens drei Viertel aller Lehrlinge in "traditionellen" Wirtschaftsbereichen ausgebildet. "Hier Irritationen auszulösen, könnte ein fataler Schuss ins Knie werden", so Landertshammer. Der von Walterskirchen als Beispiel angesprochene EDV-Bereich darf keineswegs ausschließlich aufgrund der AMS-Statistik beurteilt werden. Der Lehrberuf EDV-Techniker ist seit seiner Einführung im Jahr 1998 mittlerweile auf mehr als 1.500 Lehrlinge angewachsen, Tendenz stark steigend. Insgesamt gibt es im engeren EDV/IT-Bereich mehr als 3.000 Lehrlinge. "Dass sich aufgrund der öffentlichen Diskussion und der Attraktivität dieser Berufe mehr Jugendliche für Lehrstellen interessieren, als derzeit von der Wirtschaft angeboten werden, darf nicht den Blick davon ablenken, dass dieser Bereich ohnehin mit beispielloser Geschwindigkeit wächst", verweist Landertshammer auf die Lehrlingsstatistik.

Richtig ist, dass gerade jene Wirtschaftsbereiche ein Wachstum aufweisen, in denen die Lehrlingsausbildung nicht traditionell verankert ist. Hier besteht deshalb ein besonderer Bedarf an Beratung und Service, etwa an Hilfestellungen bei der Ausbildungsplanung, bei der Aus- und Weiterbildung der Ausbilder, bei der Erstellung von Unterlagen und Ausbildungshilfen und allenfalls auch bei der Unterstützung von Schulungs- und Ausbildungsverbünden. (pt)

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