FP-Madejski (1): Hochhauskonzept versus Weltkulturerbe!

Der Flächenwidmungsskandal in Wien, die Verbauung der "Inneren Stadt", sowie die Ignoranz der Stadtverantwortlichen entlarven das System der Sozialisten in Wien

Wien, 28-03-2002 (fpd) - Herbe Kritik an der offensichtlichen Untätigkeit der Baupolizei und dem Gutachten der MA 19 in Bezug auf die unverträgliche Höhenentwicklung beim Hotel Ambassador artikulierte heute der Planungssprecher der Wiener FPÖ, LAbg. GR Dr. Herbert Madejski.

Das vorliegende Gutachten der MA 19 vom 11.Jänner 2000 spricht wörtlich von einem vorgesehenen Dachgeschoßausbau beim Hotel Ambassador, der "die historische Dachkontur" wiederherstellen möchte. Auch wird im vorliegenden Schreiben darauf hingewiesen, daß die bauliche Veränderung in der Dachzone vom Blickpunkt des neuen Marktes "besonders sichtbar" sein wird. Bei kritischer Beleuchtung des Gutachtens stellte Madejski fest, daß sich die MA 19 bei der Beurteilung des Ambassador in einigen Punkten selbst wiederspreche, da z.B. der Vorschlag zur Errichtung "schlanker, gläserner Gaupen" immer als moderne architektonische Formsprache, die sich deutlich vom Altbestand absetzen würde, zu verstehen sein müßte.

In diesem Zusammenhang stellte Madejski jedoch die Frage in den Raum, welche Konsequenzen die MA 19 im jetzigen Falle ziehen werde, da die nunmehr fast fertigen Bauarbeiten das wahre Ausmaß des Dachbodenausbaus erkennen ließe und sich die Gerüchte verdichten, daß mittlerweile auch die Baupolizei diesen Umstand erkannt hätte. Weiters würden, so Madejski, in den nächsten Wochen die Eigentumsverhältnisse bei den neu errichteten Nutzflächen zu klären sein, da sich durch umfangreiche Recherchen der Verdacht erhärtet habe, daß in diesem Fall Steuererleichterungen der Betreiber durch undurchsichtige Firmenverflechtungen erreicht würden, die nicht nur den guten Geschäftssitten wiedersprechen, sondern sich auch am Rande der Legalität bewegen. So wären z.B. einige Briefkastenfirmen am Ausbau des Ambassador beteiligt.

Causa Praterstraße 20 wird von der FPÖ in die Untersuchungskomission gebracht!

Im Fall des Hauses Praterstraße 20 berichtete GR Dr. Madejski, daß die Wiener FPÖ bei der am 4. April starteten Untersuchungskommission den Fall des Hauses Pratersraße 20 ebenfalls prüfen lassen wird. Auch wenn sich die Wiener Stadtverantwortlichen und der Betreiber offenbar "keiner Schuld" bewußt wären; so offensichtlich erscheinen jedenfalls die Ungereimtheiten und Madejski stellte weiters fest, daß eine Untersuchung unumgänglich scheine.

Hochhauskonzept versus Weltkulturerbe!

Als prinzipiellen Schritt in die richtige Richtung bezeichnete LAbg.GR Dr. Herbert Madejski die Erstellung eines Hochhauskonzeptes für Wien, gleichzeitig kritisierte er allerdings das nunmehr vorliegende, "zahnlose" Papier, das vom Wiener Planungsstadtrat DI. Rudolf Schicker am Montag präsentiert wurde.
Die Wiener FPÖ wollte als wesentliche Eignungszonen die Bereiche Aspang/Bahnhof und Umfeld
Wienerberg
Zentralbahnhof - Achse Südgürtel
überplattete Süd-Ost Tangente ("Montelaa")
Donauplatte
definiert wissen.
Nunmehr sind alle Bereiche, die nicht explizit ausgenommen wurden als potentielle Eignungszone ausgewiesen.

Madejski bezeichnete die definierten Ausschlußzonen für Hochhausstandorte, wie z.B. Schutzzonen gem. § 7 der Wiener Bauordnung als "gefährliche Drohung", da wie schon in der erwähnten Causa "Praterstraße 20" je nach Bedarf und Eigentümer die Verträglichkeit neu definiert würde. Dies zeige, so Madejski, daß die Wiener SP-Regierung, bevor das Hochhauskonzept überhaupt noch in Kraft sei, ihre eigenen Leitlinien bereits im Vorfeld desavouiere.

Auch der Hinweis bezüglich der Verträglichkeitsprüfung mit der MA 19 beinhalte ein äußerst fragwürdiges Prozedere, da die MA 19 bereits bei den Fällen "Hotel Ambassador" und "Praterstraße 20" eine äußerst unglückliche Rolle gespielt hätte.
"Den Bock zum Gärtner" zu machen, so Madejski, wäre eine Methode, die vielleicht in Schilda angebracht sei, in Wien, die sich in Fremdenverkehrszeit so gerne als Kulturstadt präsentiere, wäre diese Vorgangsweise eher unangebracht. (Schluß) jen

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