ARBÖ: "Nackt auf's Dach" und keine kunstvollen Fahrradverschnürungen am Autodach

Wer haftet, wenn das Fahrrad vom Autodach fliegt?

Wien (ARBÖ) - Mit dem Start in die frühlingshaften Osterferien, scheint auch der entgültige Start der heurigen Fahrradsaison zu erfolgen. Jedes Jahr gibt es zahlreiche Unfälle, bei denen während der Fahrt Fahrräder vom bzw. aus dem Kofferraum des Fahrzeuges verloren gehen, berichtet der ARBÖ.

Manche Autofahrer sind überaus leichtsinnig, wenn sie ihre Fahrräder mit dem Auto transportieren. Die ARBÖ-Verkehrsexperten warnen vor dem enormen Sicherheitsrisiko, die Fahrräder aus dem Kofferraum ragen zu lassen und vor kunstvollen Verschnürungen des Rades direkt auf dem Autodach bzw. Dachträger oder dem Heck des Autos.

Der ARBÖ erinnert auch daran, dass der Transport von Fahrrädern am Auto eine angepasste Geschwindigkeit voraussetzt. Es steht außer Frage, dass die normale Baugröße des Fahrzeuges dadurch überschritten wird und man daher bei Tiefgaragen, Einfahrten und Unterführungen auf die geänderten Bedingungen unbedingt achten muss.

Wer haftet, wenn das Fahrrad vom Autodach fliegt?

Wer mit Fahrrädern auf dem Autodach unterwegs ist, sollte besonderes Augenmerk darauf legen, dass diese stabil befestigt sind. Denn die Versicherung ersetzt den Schaden nicht, sollten sich Fahrräder während der Fahrt lösen und beim Sturz auf die Fahrbahn beschädigt werden. "Wer das Pech hat, und die Räder seiner Familienangehörigen oder Freunde auf diese Weise zerstört, muss in den sauren Apfel beißen und für den Schaden selbst aufkommen. Durch die Versicherung ist der Schaden jedenfalls nicht gedeckt", warnen die ARBÖ-Verkehrsjuristen.

Angesichts der Preise hochwertiger Räder stellt also der Transport auf dem Autodach ein nicht unbeträchtliches Risiko dar. "Der Preis von EUR 1.400,- für ein durchschnittliches Rennrad oder Mountainbike zeigt, um welche Summen es dabei gehen kann. Vier solcher Räder sind unter Umständen mehr wert als das Auto, auf dem sie transportiert werden. Besondere Sorgfalt ist bei der Befestigung also angebracht", raten ARBÖ-Experten.

Die Haftpflichtversicherung ist übrigens auch dann leistungsfrei, wenn es sich bei dem beschädigten Fahrrad um das Rad eines Fahrgastes handelt. "Der Ersatz durch die Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters beschränkt sich nur auf jene Sachen, die der Fahrgast unmittelbar mit sich führt oder an sich trägt. Ein auf dem Autodach befördertes Fahrrad gehört nicht dazu", erklärt ARBÖ-Verkehrsjuristin Mag. Renate Göppert.

Die Haftpflichtversicherung springt freilich dann ein, wenn durch ein herabfallendes Fahrrad ein dahinter fahrendes Auto beschädigt wird. Mag. Göppert: "In diesem Fall ist die Versicherung zum Ersatz des Schadens am Kraftfahrzeug, allenfalls auch eines Personenschadens, verpflichtet."

"Drahtesel" stabil am richtigen Trägersystem befestigen

Was beim Radtransport mit dem Auto zu beachten ist, haben die ARBÖ-Verkehrsexperten zusammengefasst:

* Verwenden Sie nur geprüfte Trägersysteme, die speziell für Ihr Fahrzeugmodell vorgesehen sind.

* Achten Sie darauf, dass der Dachträger laut Bedienungsanleitung fest am Autodach befestigt wird. Vergessen Sie nicht, die Radträger fest mit den Grundträgern zu verbinden.

* Achten Sie auf die stabile Befestigung der Räder, sperren Sie eventuell vorhandene Sicherheitsschlösser. Es empfiehlt sich, die Räder mit einem Spannsystem zusätzlich abzusichern.

* Geben Sie Kindersitz, Luftpumpe, Trinkflasche oder dergleichen in den Kofferraum.

* Kontrollieren Sie einige Kilometer nach Fahrtantritt den festen Sitz des Trägers und die Befestigung der Räder, ziehen Sie eventuell Befestigungsschrauben nach.

Weitere Informationen zum Thema Fahrradtransport im Internet unter www.arboe.at.

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