WIR GRATULIEREN Runde Geburtstage im April

Wien (PK) - Im April feiern folgende (ehemalige) MandatarInnen
runde Geburtstage:

der ehemalige Bundesrat Dr. Leopold SIMPERL (S) - 60. Geburtstag
am 7. April,

der Staatssekretär a.D., Botschafter i.R. und ehemalige
Abgeordnete Dr. Ludwig STEINER (V) - 80. Geburtstag am 14. April,

die Bundesministerin a.D. und ehemalige Bundesrätin und
Abgeordnete zum Nationalrat und zum Europäischen Parlament Dr. Hilde HAWLICEK (S) - 60. Geburtstag am 14. April,

der ehemalige Bundesrat Hofrat Leo HABRINGER (S) - 75. Geburtstag
am 18. April,

der Vizekanzler a.D. und ehemalige Abgeordnete Dr. Hermann
WITHALM (V) - 90. Geburtstag am 21. April,

der ehemalige Abgeordnete Dkfm. Heinz HOCHSTEINER (F) - 60. Geburtstag am 22. April,

der ehemalige Abgeordnete Dipl.-Ing. Dr. Klaus HUTTERER (S) - 60. Geburtstag am 27. April.

LUDWIG STEINER 80

Ludwig Steiner feiert am 14. April seinen 80. Geburtstag. Geboren 1922 in Innsbruck, absolvierte er dortselbst die Handelsakademie,
um hernach ein Studium zu beginnen, welches er 1947 mit dem Titel Diplomvolkswirt und 1948 mit dem Doktortitel beendete.

1945 begann Steiners berufliche Karriere, und damals schon war
sie mit der politischen ident. Als Sekretär von Karl Gruber,
damals Landeshauptmann von Tirol und politisches Schwergewicht
der neu erstandenen ÖVP, befand sich Steiner von Anfang an im Zentrum der Macht.

Und Steiner begann einen regelrechten Cursus Honorum. 1946 bis
1948 war er Sekretär des Innsbrucker Bürgermeisters, nach Abschluss seiner Studien trat er in den diplomatischen Dienst ein und war bis 1951 Legationssekretär an der österreichischen Botschaft in Paris. Danach kehrte er zu Karl Gruber, der mittlerweile als Außenminister fungierte, als Sekretär zurück, um ab 1953 der Sekretär von Bundeskanzler Raab zu sein. Nach einem Zwischenspiel als österreichischer Gesandter in Bulgarien avancierte Steiner im April 1961 zum Staatssekretär im Außenministerium, welches in jenen Jahren von Bruno Kreisky geleitet wurde.

Im April 1964 verließ Steiner die Regierungsbank und wurde österreichischer Botschafter in Griechenland. Danach war er Österreichs Ambassadeur auf Zypern, ehe er 1972 nach Wien zurückkehrte, wo er stellvertretender Generalsekretär des Außenministeriums wurde.

Im Alter von 57 Jahren begann im Juni 1979 die parlamentarische Karriere Steiners. Nach dreieinhalb Jahrzehnten in der Politik avancierte er nun zum Abgeordneten des Nationalrates, wo er bis
zum Ende der XVII. Gesetzgebungsperiode im November 1990 zu den elder statesmen der heimischen Innenpolitik zählte. Stets ein Außenpolitiker mit Leib und Seele nahm sich Steiner zahlreicher europäischer Themen an, wobei ihm auch die Entwicklung in
Südtirol ein lebenslanges Anliegen war.

Seit dem Vorjahr ist Steiner Vorsitzender des Versöhnungsfonds,
der mit der Aufgabe der Entschädigung ehemaliger Zwangsarbeiter
aus dem Osten betraut ist.

HILDE HAWLICEK 60

Ihren 60. Geburtstag feiert Hilde Hawlicek am 14. April. Geboren 1942 in Wien, maturierte sie 1960, um danach ein Lehramtsstudium für Deutsch und Geschichte an der Universität Wien zu
absolvieren, welches sie 1965 mit dem Doktortitel abschloss.

Schon frühzeitig hatte sich Hawlicek der Sozialdemokratie angeschlossen und war ab Ende der 50er Jahre in der
Sozialistischen Jugend aktiv. Diese entsandte sie in den Bundesjugendring, wo Hawlicek 1965 bis 1968 das Amt des ersten Sekretärs bekleidete. 1968 begann Hawlicek ihre Karriere als Lehrerin an einer AHS.

Von der SJ zu den SPÖ-Frauen gewechselt, avancierte Hawlicek 1970 zum Mitglied des Bundesfrauenkomitees. Ein Jahr später wurde sie vom Land Wien in den Bundesrat entsandt, dem sie bis 1976 angehörte. Ab Oktober 1976 war sie Abgeordnete zum Nationalrat,
wo sie, nicht zuletzt ob ihres beruflichen Hintergrunds, zu einer führenden Expertin im Bildungsbereich wurde.

Dies führte dazu, dass Hawlicek im Januar 1987 im ersten großkoalitionären Kabinett von Bundeskanzler Vranitzky Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Sport wurde. In ihrer Amtszeit wurde nicht nur das Schulwesen nachhaltig modernisiert,
sie legte auch die Grundsteine für eine effiziente Kunst- und Kulturförderung.

Nach den Wahlen 1990 wechselte Hawlicek wieder auf die Abgeordnetenbank und wurde Anfang 1991 stellvertretende
Klubchefin der SPÖ. Im Januar 1995 zählte sie zu den ersten österreichischen Mandataren im Europa-Parlament und trat auch bei den Europawahlen 1996 als eine der Spitzenkandidaten ihrer Partei an. Im Januar 1996 schied sie endgültig aus dem Nationalrat aus
und konzentrierte sich auf ihre Arbeit im EP, ehe sie sich nach
den Europawahlen 1999 aus der aktiven Politik zurückzog. Als Mitglied des Bundesseniorenbeirates ist sie jedoch auch weiterhin engagiert für ihre MitbürgerInnen tätig.

HERMANN WITHALM 90

Doyen unter den Parlamentariern ist in diesem Monat der
langjährige ÖVP-Spitzenfunktionär Dr. Hermann WITHALM, der am 21. April seinen 90. Geburtstag feiert. Geboren 1912 im niederösterreichischen Gaweinstal besuchte Withalm das Gymnasium
in Kalksburg, bevor er in Wien das Studium der
Rechtswissenschaften aufnahm, welches er mit dem Titel eines
Doktor iuris abschloss. Nach dem Gerichtsjahr arbeitete er als
Notar in Poysdorf, wurde jedoch 1938 im Zuge des "Anschlusses" Österreichs an Hitler-Deutschland entlassen. Er fand eine Anstellung bei den Deutschen Reichsautobahnen, ehe er nach dem Zweiten Weltkrieg in Wolkersdorf wieder als Notar zu praktizieren begann. Schon in der Ersten Republik im christlich-sozialen Lager stehend, schloss sich Withalm nach 1945 der ÖVP an und wurde 1952 Bezirksparteiobmann in Wolkersdorf.

Im März 1953 wurde er erstmals in den Nationalrat gewählt, dem er bis zum Ende der XIII. Gesetzgebungsperiode im November 1975 angehören sollte.

Bundeskanzler Raab berief seinen engeren Landsmann im Oktober
1956 als Nachfolger von Fritz Bock, der zum Handelsminister avanciert war, als Staatssekretär im Finanzministerium in die Regierung, eine Funktion, aus der er jedoch nach den nächsten Wahlen 1959 aufgrund der geänderten Mehrheitsverhältnisse wieder ausschied. Doch nur wenig später übernahm Withalm ein neues bedeutungsvolles Amt. Auf dem ÖVP-Parteitag 1960 wurde er zum Generalsekretär der ÖVP bestellt. Nach dem Wahlsieg seiner Partei im Frühjahr 1966 wurde Withalm, der mittlerweile den Beinamen der "eiserne Hermann" bekommen hatte, Klubobmann der VP-Parlamentsfraktion.

Im Zuge der großen Regierungsumbildung der Alleinregierung Klaus
im Januar 1968 folgte Withalm abermals auf Fritz Bock nach:
diesmal als Vizekanzler, eine Position, die er bis zur Angelobung des ersten Kabinetts Kreisky im April 1970 bekleidete.

Die Lage der ÖVP war nach der Wahlniederlage vom 1. März 1970
eine schwierige, zumal Josef Klaus aus diesem Ergebnis
persönliche Konsequenzen zog und auch als VP-Obmann nicht länger zur Verfügung stand. Hermann Withalm übernahm den Posten des Bundesobmanns, um der Partei Zeit zu geben, die Weichen neu zu stellen. Nach nur einem Jahr konnte Withalm die Stafette an den ehemaligen Verteidigungs- und Landwirtschaftsminister Schleinzer übergeben und sich wieder in die zweite Reihe zurückziehen.

Doch auch nach dem Ausscheiden aus der aktiven Politik im
November 1975 ging Withalm nicht in den "Ruhestand". Er übernahm die Interessenvertretung der Pensionisten und wurde 1976 Obmann
des Österreichischen Seniorenbundes, eine Aufgabe, mit der eine jahrzehntelange Tätigkeit im Dienste der Öffentlichkeit endete. (Schluss)

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