Honorare der Ärzte höher als "Inflation"

Vertragskündigung durch ÄK völlig ungerechtfertigt! GKK und Hauptverband werden Schiedsgericht anrufen!

Klagenfurt (OTS) - Obwohl die offizielle Teuerungsrate (kumuliert von 1991 - 2000) nur 25,7 % betrug, stieg der Honoraraufwand bei den praktischen Ärzten pro Arzt um 62,2 % und bei den Allgem. Fachärzten sogar um 84,2 %!

Auch beim "Betrag pro Fall/Patient" gab es eine Steigerung von 1991 bis 2000 um 52,97 % bei den Praktischen Ärzten, um 51,41 % bei den Allgemeinen Fachärzten.

Daher ignoriert die Ärztevertretung die positiven Auswirkungen und Geldwertsteigerungen des laufenden Vertrages, um offensichtlich -ohne Mitwirkung an Medikamentensparkonzepten unter dem Argument einer Inflationsabgeltung - die Kasse sowie den Hauptverband unter Druck zu setzen, vermutet GKK-Obmann Helmut Pansi.

Allein das starke Ansteigen der Honorare und Beträge pro Fall zeugt davon, dass eine Vertragskündigung, wie sie von der Ärzteschaft vorgenommen wurde, völlig ungerecht und gegenüber der Versichertengemeinschaft unvertretbar ist, so der Kassenobmann!

Sowohl der Hauptverband wie auch die Kärntner Gebietskrankenkasse bezeichnen die erfolgte Kündigung in Anbetracht der aktuellen Vorteile als nicht zielführend und unangebracht.

Der Kassenobmann Helmut Pansi bezeichnet es als äußerst befremdend, dass die Ärztefunktionäre auch keiner Verkürzung der Kündigungsfrist zustimmten. Offensichtlich soll die Versichertengemeinschaft in "Geiselhaft" genommen werden!

Modernisierungspaket der Sozialversicherung:

Ausgehend von einem Honorarvolumen von Euro 65,8 Mio. (905 Mio. ATS) schlägt die Sozialversicherung Erhöhungen von ca. 3 % ab 2002 vor. Darin enthalten sind Zuschläge für Sonderordinationen, Visiten, Nachtordinationen u. Ä.

Honorarerweiterungen sind für Fachärzte, wie z. B. die Augenheilkunde, Chirurgie und Unfallchirurgie, Orthopädie, Lungenheilkunde und für Physiobehandlungen vorgeschlagen.

Ab 2003 sind Honorarausdehnungen - als neue ärztliche Leistung -bei weiteren Fachgruppen wie Dermatologie, HNO und Urologie im Vorschlagspaket der Sozialversicherung enthalten.

Ab 2004 will die Kasse Ordinationsabgeltungen bis hin zu Weggebührenpauschalen weiter anheben. Für den Zeitraum bis Ende 2004 sollen den Kärntner Vertragsärzten mehr als Euro 5,82 Mio. (80 Mio. ATS) für neue Leistungen und mehr Hinwendung zu den Patienten zufließen, erläutert GKK Direktor Mag. Alfred Wurzer die "finanziellen Auswirkungen".

Bestandteil des Angebots der SV ist auch ein vertretbares Medikamenteneinsparkonzept, um einzusparende Geldmittel für neue medizinische Leistungen verfügbar zu machen.

Krankenschein-"Ende"?

Nicht wie laufend kolportiert mit 1. Juli 2002, sondern zu einem weitaus späteren Zeitpunkt könnte die Verhaltensweise der Ärztekammer zu einem vertragslosen Zustand führen.

Die Kärntner Gebietskrankenkasse und der Hauptverband werden die Bundes-Schiedskommission anrufen! Somit verschiebt sich das "Vertragsende" auf unbestimmte Zeit - erfahrungsgemäß auf Jahresende 2002. Die Kärntner Gebietskrankenkasse drängt auf eine rasche Verhandlung im Interesse ihrer Versichertengemeinschaft. In Anbetracht der vorteilhaften Honorar-"Leistungen" lässt sich die GKK nicht den "Schwarzen Peter" für die aktuelle Entwicklung zuschieben. Die Ärztekammer hat den Vertrag völlig unnötig gekündigt, so der GKK-Obmann.

Als ungeheuerlich und fern jeder Realität werden die Behauptungen der Ärzteschaft zurückgewiesen, wonach die medizinische Vollversorgung durch die Kasse gefährdet würde und auch die Versicherten zu einem "Spielball der mächtigen Sozialversicherer" werden.

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Direktor Mag. Alfred Wurzer
Tel.: 0664/3152532
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