NÖGKK-Hutter: Rücklagen gehören den nö. Versicherten

Rücklagen zur Abdeckung des eigenen Defizites notwendig

St. Pölten (OTS) - Zu dem Artikel "Die versteckten Milliarden" im Format 12/2002, in dem es um das Abziehen der Rücklagen von angeblich "reichen" Kassen, darunter die Niederösterreichische Gebietskrankenkasse, geht, nimmt der Obmann der NÖGKK, KR Gerhard Hutter, Stellung.

"Zu den Angaben, die NÖGKK habe Finanzreserven von 299,3 Mio.Euro (4,118 Mrd. Schilling), ist richtig zu stellen, dass wir lediglich auf liquide Mittel von 124,2 Mio.Euro (1,709 Mrd. Schilling) (nach § 447 b Abs. 6 ASVG) zurückgreifen können. Dem Rest vom Finanzvermögen stehen Treuhandschulden, unberichtigte Versicherungsleistungen und sonstige Verbindlichkeiten (Schulden) in der Höhe von 175,1 Mio.Euro (2,409 Mrd. Schilling) gegenüber.

Wenn wir einen Blick auf die Drei-Jahres-Vorschau unserer Kasse werfen, so müssen wir bereits heuer mit einem Abgang von 77,8 Mio.Euro (1,071 Mrd. Schilling) rechnen. Noch dramatischer die Vorschau für die Jahre 2003 und 2004 mit Abgängen von 100,4 Mio.Euro (1,382 Mrd. Schilling) respektive 119,7 Mio.Euro (1,647 Mrd. Schilling).

Unbestritten bleibt angesichts dieser Zahlen, dass wir unsere Rücklagen zur Abdeckung unseres eigenen Abganges brauchen! Würde das Geld der NÖGKK an "ärmere Kassen" umverteilt, müssten wir bald selbst die Hand um Unterstützung ausstrecken. Solcherart kurzfristigst Löcher zu stopfen, nur um ein viel größeres damit aufzureißen - das ist wohl nicht gerade sinnvoll! Denn nur unsere Rücklagen haben es uns ermöglicht, dass wir bislang unsere Abgänge immer noch aus eigener Tasche abdecken konnten! Zudem hätten wir in den Jahren 1992, 1994, 1996 und 1998 ebenfalls einen Abgang und keinen Gewinn zu verzeichnen gehabt, hätten wir nicht ordentliche Zinserträge aus unserem Vermögen lukriert!

Zumal es auch eine schiefe Optik für unsere Beitragszahler haben muss, wenn das Geld, das sie eingezahlt haben, anderen Kassen zugute kommt! Aus diesem Grund steht auch das Land NÖ voll hinter der NÖGKK, wenn wir dafür plädieren, dass das Geld unserer Versicherten im Land bleiben muss!

Das hat aber nichts mit mangelnder Solidarität mit anderen, strukturschwächeren Kassen zu tun. Die NÖGKK hat allein in den letzten zehn Jahren in den Ausgleichsfonds, aus dem finanzschwächere Kassen Geld bekommen, rund 130 Mio.Euro (1,789 Mrd. Schilling) netto bezahlt! Müssten wir aber unsere Rücklagen hergeben, würden wir von Nettozahlern zu Empfängern aus dem Ausgleichstopf werden.

Tatsache bleibt unterm Strich, dass die medizinischen Leistungen etwa im selben Ausmaß wie das BIP steigen. Was gut ist, spricht es doch für die Qualität unseres Gesundheitswesens. Leider aber bleiben die Löhne und Gehälter und damit unsere Beitragseinnahmen seit Jahren weit hinter dieser Steigerung zurück.

Denn eines ist klar: Medizinischer Fortschritt und steigende Lebenserwartung lassen in allen Industriestaaten die Gesundheitskosten explodieren. Die Krankenkassen haben ihre Hausaufgaben gemacht und nutzen Verbesserungsmöglichkeiten und Sparpotenziale; zur Aufrechterhaltung des Leistungsniveaus der Sozialversicherung sind daher politische Entscheidungen durch den Gesetzgeber gefordert."

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Dr. Elisabeth Heinz
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