Steiermark soll eine der besten Obstbauregionen Europas werden

Wlodkowski fordert faire Erzeugerpreise

Graz, 27. März 2002 (AIZ). - "Der Obstbau hat sich in der Steiermark seit dem EU-Beitritt sehr gut entwickelt", berichtete heute LK-Präsident Gerhard Wlodkowski vor Journalisten in Graz. Die Obstbaufläche sei zwischen 1989 und 1997 um 1.768 ha gewachsen, die Erntemenge bei Äpfeln sei in den letzten 20 Jahren um 115% von 72.000 t auf 155.000 t gestiegen. Der Heimmarkt sei in den letzten Jahren erfolgreich verteidigt worden, gleichzeitig habe man im Ausland Marktanteile gewonnen. "Die heimischen Obstbauern haben die besten Voraussetzungen, um hinsichtlich Qualität in den nächsten fünf Jahren zu den besten Obstbauregionen Europas aufzusteigen", sagte der Präsident. Dazu bedürfe es aber unter anderem fairer Erzeugerpreise für die Obstbauern.

30% der Apfelernte exportiert

"Der österreichische Inlandsmarkt konnte trotz Liberalisierung und hartem Wettbewerb fast vollständig gehalten werden. Zusätzlich gelang es, neue Märkte zu erschließen. 30% der heimischen Apfelernte wird exportiert", sagte Wlodkowski. Hauptzielländer seien Deutschland, Skandinavien, Großbritannien, Griechenland, Polen, Russland, Slowenien, Kroatien und Bosnien. In den letzten Jahren habe man sogar auf hochpreisigen und qualitativ besonders anspruchsvollen Märkten wie Großbritannien Fuß gefasst.

"Die Steiermark hat ein ideales Apfelklima und die richtigen Böden. Die gut ausgebildeten Obstbauern setzen voll auf Qualität und Lebensmittelsicherheit. Zur Weiterentwicklung der Betriebe und zur noch stärkeren internationalen Profilierung der Obstregion Steiermark werden eine Reihe von Maßnahmen gesetzt", unterstrich der Präsident. Die Obstanlagen würden laufend mit marktkonformen Sorten erneuert, man setze auf transparente und naturnahe, integrierte Produktion. Darüber hinaus sei ein Qualitätssicherungssystem - vom Baum bis zum Ladentisch - im Aufbau. Mit der Erzeugerorganisation Steirisches Obst (EO Obst) und den Vermarktungsbetrieben sei eine schlagkräftige Vermarktungsstruktur aufgebaut worden. 70% der Apfelernte würden über diese Schiene vermarktet.

Erzeugerpreise nicht zufrieden stellend

"Die Erzeugerpreise waren allerdings in den letzten fünf Jahren nicht zufrieden stellend. Teilweise lagen sie unter den Produktionskosten. Nur durch den enormen Einsatz der Familienbetriebe gelang es, diese schwierige Situation zu bewältigen", so der Kammerpräsident. Er forderte von allen Marktpartnern, den Bauern faire Preise zuzugestehen, damit sich die Obstbauregion Steiermark gut weiterentwickeln könne. In diesem Zusammenhang verwies er darauf, dass etwa bei Äpfeln vom Konsumentenpreis im Handel nur 16% an den Erzeuger gehen. Außerdem verlangte Wlodkowski eine Harmonisierung bei den Betriebsmitteln, um Wettbewerbsnachteile gegenüber den europäischen Berufskollegen auszugleichen. Insbesondere trat er für die Verbilligung von Agrardiesel ein.

Marktkonforme Kernobst-Spezialberatung

Zur Weiterentwicklung und Stärkung der Betriebe unterstütze die steirische Landwirtschaftskammer die heimischen Obstbauern mit einer neu ausgerichteten Obstbauberatung, hielt der Präsident fest. Herzstück der Neustrukturierung sei ein kürzlich eröffnetes Kernobst-Beratungszentrum in Gleisdorf (das AIZ berichtete). Seit Mitte Februar 2002 biete ein sechsköpfiges Team von Spezialisten den Obstbauern ein topaktuelles Beratungspaket für Kernobst. Darüber hinaus stünden den Produzenten in den Bezirkskammern für die übrigen Kulturen auch Obstbauberater zur Verfügung. Die Spezialberater für Obstverarbeitung und Beerenobst seien wie bisher in der Landeskammer in Graz beheimatet.
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