Fachverband fordert Entflechtung der Interessen in Wirtschaftsprüfungskanzleien

Unverständnis über Vorgangsweise des Wirtschaftsministeriums

Wien (PWK227) - Der Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie fordert im Interesse der Wirtschaft und der Kunden eine klare Abgrenzung zwischen Leistungen der Unternehmensberatung ('Management Consultancy') und der Wirtschaftsprüfung. "Wir vertreten in Österreich mehr als 5000 Beratungsunternehmen. Im Zusammenhang mit den Vorgängen in großen internationalen Accounting Firmen ist eine derartige Vorgangsweise dringend geboten", heißt es dazu aus dem Fachverband. Wirtschaftsprüfer dürfen nicht gleichzeitig Berater für andere Bereiche als Buchführung und Jahresabschluss sein. Ein derartiger Fall sei auch bereits Gegenstand einer Intervention der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC). "Eine derartige Interessenkollision hat in einer Reihe von Fällen zu erheblichen Schäden für die betroffenen Firmen, deren Eigentümer und deren Kunden geführt."

Der Fachverband fordert daher eine freiwillige Beschränkung der Wirtschaftstreuhänder. Diese würde aus einem absoluten Verbot von Unternehmensberatungs- und Wirtschaftstreuhänder-Dienstleistungen durch ein- und denselben Anbieter bei einem Unternehmen oder für eine Unternehmensgruppe bestehen und aus einer klaren rechtlichen Trennung beider Dienstleistungen. Eine Zusammenarbeit im Interesse des Kunden ist selbstverständlich bei Wahrung der rechtlichen Eigenständigkeit und Klarstellung der Verantwortlichkeiten in vielen Fällen möglich und zu begrüßen.

Umso unverständlicher ist, dass das Wirtschaftsministerium seit nahezu drei Jahren dem Auftrag des Bundesgesetzgebers im § 71 des Wirtschaftstreuhandberufsgesetzes nicht entspricht, nämlich die dort vorgesehene Möglichkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit von Wirtschaftstreuhändern einerseits und Unternehmensberatern anderseits bei Aufrechterhaltung deren rechtlicher Eigenständigkeit endlich per Verordnung zu realisieren. Der Vorteil einer solchen Möglichkeit wäre, dass sich dann Modelle der mehr oder minder engen Zusammenarbeit zwischen Vertretern beider Berufsgruppen zum Nutzen vor allem der Klienten (Leistung aus einer Hand) durch Lukrierung der entsprechenden Synergien herausbilden könnten. Bedauerlicherweise hat die Kammer der Wirtschaftstreuhänder den Vorschlag des Fachverbandes, diesbezüglich im Wirtschaftsministerium gemeinsam vorstellig zu werden, bisher nicht angenommen.

Der Fachverband hat durch die Schaffung der Qualitätsmarke CMC (Certified Management Consultant) die Verpflichtung übernommen, dass Träger dieser Marke die höchsten qualitativen und ethischen Standards in der Unternehmensberatung bieten. Er bedauert, dass durch das offensichtliche Fehlverhalten weniger Unternehmen die Arbeit der qualifizierten Unternehmensberater in der Öffentlichkeit in Frage gestellt werden könnte.(us)

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Fachverband Unternehmensberatung und
Informationstechnologie
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