Sallmutter: Sonntagsöffnung wäre Kampfansage an Gewerkschaftsbewegung

GPA initiiert Ende Mai Konferenz mit osteuropäischen Handelsgewerkschaften

Wien (GPA). "Sollten die großen Handelsketten weiterhin den Druck in Richtung Aufweichung der Sonntagsruhe fortsetzen, so hätten sie mit massivem Widerstand, der weit über die Gewerkschaftsbewegung hinaus geht, zu rechnen," reagiert der Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA), Hans Sallmutter, auf die neuerlichen Vorstöße von IKEA und anderen Großhandelsketten in Österreich.++++

"Der Sonntag sollte weiterhin auf die gesellschaftlich notwendigen Bereiche reduziert werden. Außer der grenzenlosen Gier der großen Handelsketten nach noch mehr Umsatz zu Lasten der Kleinunternehmer, spricht nichts für eine Ausweitung der Öffnungszeiten. Diese lassen sich auch nicht auf wenige Handelsriesen beschränken, sondern würde den Druck auf alle Bereiche des Handels, sonntags zu öffnen, erhöhen. Dies hätte auch zur Folge, dass nicht nur die Handelsangestellten, sondern auch die Beschäftigten in Lagern und im Zulieferbereich am Wochenende arbeiten müssten", so Sallmutter.

"Die gemeinsam erlebte, freie Zeit ist ein gesellschaftlicher Wert, den wir unter allen Umständen erhalten müssen. Die ruhelose Gesellschaft, in der nur noch Geld und Konsum zählt, kann kein gesellschaftliches Ziel sein."

Wenn IKEA-Chef Wendschlag immer wieder die osteuropäischen Länder als Vorbild ins Treffen führt, so zählt dieses Argument nicht. Sallmutter: "Es kann nicht der Sinn der europäischen Integration sein, unmenschliche Arbeitsbedingungen und niedrige Standards im Arbeitsrecht zu importieren, auch wenn sich das die Anbeter des neoliberalen Gesellschaftsmodells wünschten."

"Die zuständigen Gewerkschaften der betroffenen osteuropäischen Staaten wenden sich auch immer öfter mit Klagen über die Praxis der multinationalen Handelsketten an uns und schlagen gemeinsame Strategien dagegen vor. Die Öffnung rund um die Uhr entspricht absolut nicht den Wünschen und Bedürfnissen der dort Beschäftigten und der Mehrheit der Konsumenten, berichten die Gewerkschaften. Es besteht der dringende Wunsch nach stärkerer rechtlicher Normierung und Beschränkung der Öffnungszeiten. Die GPA hat deshalb die osteuropäischen Handelsgewerkschaften für 28. und 29. Mai zu einer Konferenz nach Wien eingeladen, um gemeinsam Auswege und Strategien zu beraten, wie auch in den Reformstaaten, humanere Arbeitsbedingungen im Handel erreicht werden können."

ÖGB, 27. März 2002
Nr. 260

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