Einladung zur Presseführung: Neue Sonderausstellung im Heeresgeschichtlichen Museum im Arsenal

Nicht grösser als eine Ameise - Oskar Laske und der erste Weltkrieg

Wien (OTS) - Einladung zur Presseführung am Mittwoch, dem 10.
April 2002, um 11 Uhr

Zur Ausstellung sprechen:

  • ao. Univ.-Prof. Dr. Manfried Rauchensteiner, Direktor des Heeresgeschichtlichen Museums
  • Dr. Ilse Krumpöck, Kuratorin der Ausstellung

Treffpunkt:

Heeresgeschichtliches Museum,1030 Wien, Arsenal, Objekt 18, Eingangshalle (Zufahrt über Ghegastraße)

Informationen und Pressematerial:

Mag. Richard Hufschmied (Büro für Öffentlichkeitsarbeit)
T.: +43-1-79561 60420, F.: +43-1-79561 17707 hgm16@bmlv.gv.at, http://www. bundesheer.gv.at/hgm

Zur Ausstellung:

In zahlreichen Ausstellungen wurde Oskar Laske als einer der größten "Erzähler" unter den Malern des 20. Jahrhunderts gewürdigt. Noch nie jedoch wurde seinen Arbeiten, die während des Ersten Weltkrieges an den verschiedensten Kriegsschauplätzen Österreich-Ungarns entstanden sind, besonderes Augenmerk geschenkt. Das Heeresgeschichtliche Museum zeigt in dieser Schau aus seinem umfangreichen Bestand an Gemälden, Guaschen, Aquarellen, Radierungen und Skizzen Laskes wichtigste Arbeiten aus dem Krieg. Laskes Bilder zeichnen sich durch einen unendlichen Detailreichtum und phantastische Farben aus. Die Menschen allerdings sind meist winzig klein, auf manchen Bildern wimmelt es von Soldaten, die nicht größer als Ameisen erscheinen, bedeutungslos und namenlos.

  • Ausstellungsdauer: 11. April - 28. Juli 2002
  • Öffnungszeiten: Täglich, außer an Freitagen, 9 - 17 Uhr
  • Eintritt: Euro 5.10, ermäßigt: Euro 3.30

Zum Künstler Oskar Laske:

Oskar Anton Ivan Laske wurde am 8. Jänner 1874 in Czernowitz als Sohn des Architekten Oskar Laske geboren. Im Vorschulalter Laskes zog die Familie nach Wien. Bevor Laske bei Karl König die Technische Hochschule 1898 abschloß, hatte er bereits 1895 die Offiziersprüfung abgelegt, setzte die Architekturausbildung an der Akademie der bildenden Künstler bei Otto Wagner fort und zeichnete als Architekt für berühmte Bauten wie die Engel-Apotheke im ersten Wiener Gemeindebezirk verantwortlich. 1907 entschloß sich der Autodidakt, Maler zu werden und trat dem Hagenbund bei. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs leitete Oberleutnant Oskar Laske 1914 als Genieoffizier Befestigungsarbeiten in Galizien, ab Mai 1915 war er an der Isonzofront bei Tolmein. Im November 1915 wurde er als Kriegsmaler des Kriegspressequartiers aufgenommen und an die jeweiligen Kriegsschauplätze Österreich-Ungarns zur künstlerischen Kriegsberichterstattung kommandiert. In diesem Jahr heiratete er die Pianistin Emilie Klein, mit der er in die Nisselgasse 1 in Wien-Penzing zog. Während dieser Zeit schuf er zahlreiche farbenfrohe Guaschen, Aquarelle , Radierungen und Skizzen. 1917/18 entstand sein Hauptwerk des Ersten Weltkriegs, ein Triptychon mit der "Erstürmung von Belgrad", dem Nachtstück der "Landung der Pontone" und dem "Barrikadenkampf in Belgrad" (7.-9. Oktober 1915), dessen Mittelteil verschollen ist. Die beiden Flügel werden im Heeresgeschichtlichen Museum verwahrt. Nach dem Ersten Weltkrieg malte er einen 50 m langen Fries mit der "Arche Noah" für das Kriegerwaisenheim in Rodaun, den er 1920 in Dankbarkeit für die Rückkehr aus dem Krieg als Geschenk übergeben konnte. In der Zwischenkriegszeit konzentrierte sich Laskes Reisetätigkeit auf Österreich und seine Nachbarländer. Von einer Italienreise 1921 kehrte er beispielsweise mit über 60 Guaschen und Aquarellen nach Hause. 1924 trat er der Wiener Secession bei und beschäftigte sich vorwiegend mit Motiven seiner Wahlheimat Wien. Bühnen - und Filmausstattungen , Zeichentrickfilme, Buchillustrationen und Vorhangentwürfe folgten. Im Zweiten Weltkrieg konnte sich der arrivierte Maler der ideologischen Vereinnahmung seiner Kunst entziehen und versuchte dennoch, von ihr zu leben. 1945 trat er der wiedergegründeten Secession bei, der er bis 1950 angehörte. Ein Jahr später starb Oskar Laske mit 77 Jahren am 30. November nach längerem Lungenleiden. Er gilt als einer der größten "Erzähler" unter den österreichischen Künstlern des 20. Jahrhunderts, dessen Werk durch das Märchenhafte, das Naive, das Skurrile und das Phantastische bestimmt wird.

Rückfragen & Kontakt:

Heeresgeschichtliches Museum Wien
Mag. Richard Hufschmied
Leiter Museumspädagogik
Arsenal, Objekt 1
A-1030 Wien
Tel: +43 1 79561-60420
hgm16@bmlv.gv.at
http://www.bundesheer.gv.at/hgm

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