"Kleine Zeitung" Kommentar: "Brechstange" (von Michael Jungwirth)

Ausgabe vom 27.3.2002

Graz (OTS) - Sitzblockaden auf Autobahnen aus Protest gegen die Transithölle sind kein Tiroler Phänomen mehr. Auf der französischen Seite des Mont-blanc formiert sich der Volkszorn gegen die totale Öffnung des Tunnels für den Schwerverkehr.

In Kürze wählt Frankreich, und Paris spielt deshalb auf Zeit. Derzeit dürfen nur Pkw durch die Röhre, die nach einer Brandkatastrophe gesperrt war. Bis der erste Lkw
durch darf, sind die Wahlen längst geschlagen. Auch in
Frankreich kann sich die Politik beim Alpentransit nicht mehr an der Bevölkerung vorbeimogeln.

Aus dieser Trendwende Hoffnung für eine Verlängerung des 2003 auslaufenden Transitvertrags zu schöpfen, wäre naiv. Dass
die Ökopunkte ab 2004 nur noch in abgespeckter Form am Leben zu erhalten sind, damit hat sich Wien bereits abgefunden. Österreichs Hauptgegener sitzen in Berlin und Rom, und das verheißt nichts Gutes.

Mathias Reichhold liebäugelte gestern mit der Vetokarte bei
der Erweiterung. Das wird Gerhard Schröder und Silvio Berlusconi kaum beeindrucken. Beide agieren derzeit in der EU mit der Brechstange.

Lässt Rom oder Berlin die Ökopunkte platzen, steht
Österreich nach 2004 mit leeren Händen da.****

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