Wirtschaft kommentiert Abfertigung neu überwiegend negativ

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Wien (OTS) - Aus der Wirtschaft kommen überwiegend negative Meldungen zum neuen Abfertigungsmodell. In der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins GEWINN äußerten sich führende Unternehmer durchwegs skeptisch. Hoteliervereinigungschef Helmut Peter: "Diese Wenderegierung hat es eben wieder einmal geschafft, aus populistischen Gründen den schwierigsten Weg einzuschlagen." Peters Vorschlag wäre "die jetzigen Ansprüche nach 20 Jahren auslaufen zu lassen", stattdessen würde er auf freiwillige Altersvorsorge setzen, "wir würden uns da viel ersparen".

Baumeister Richard Lugner: "Insgesamt ist es eine politische Bauernfängerei.

Bei uns Firmen hat das Geld bis jetzt gearbeitet, jetzt müssen wir das Geld abliefern." Seine ironische Hoffnung: "Hoffentlich ist der Verwaltungsaufwand so groß, dass neue Verwaltungspaläste gebaut werden müssen. Da verdiene ich wenigstens daran!"

Berndorf-Vorstandsvorsitzender Norbert Zimmermann: "Wieso muss man so außerbetriebliche Dinge wie den Präsenz- oder Zivildienst in die Abfertigungsregelung mit einbeziehen? Das bringt nur Ungerechtigkeiten und hat mit einer fairen Lösung nicht viel zu tun."

Augenblicklich befindet sich der Gesetzesentwurf für sechs Wochen in der Begutachtungsphase. Mit dem Gesetzesbeschluss im Parlament wird frühestens Ende Mai gerechnet.

Utl.: Reichhold hat Geld, "aber es fehlen die Projekte"

ÖBB sind ein "tolles Unternehmen, aber schlecht geführt"

Der neue Infrastrukturminister Mathias Reichhold wünscht sich "eine schnelle Eingreiftruppe, die mithilft, die Verfahren zu beschleunigen". Dann ließen sich nämlich viele Projekte - im Straßenbau wie in der Forschung - um einiges schneller umsetzen. Im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin GEWINN meint Reichhold, dass es in seinem Ministerium zwar nicht an Geld, dafür aber an fertigen Projekten fehle. "Da sind ein paar Baustellen auf der Westautobahn, ein paar Tunnelausbauten, aber die ganz großen Brocken fehlen. Es werden "generelle Projekte" eingereicht, und dann werden wie bei einem Volkssport immer wieder kiloweise zusätzliche Unterlagen verlangt, sodass eine Unverträglichkeitsprüfung zwei Jahre dauert", wird Reichhold im GEWINN zitiert. Zurückhaltend ist Reichhold bei der Transitfrage. "Ich werde mich um die 108-Prozent-Regelung bemühen, aber ich sage offen, wir werden froh sein müssen, wenn wir die Öko-Punkte-Regelung befristet retten können."

Über die ÖBB meint Reichhold, dass das "ein tolles Unternehmen ist, aber schlecht geführt wird. Wenn man so ein Unternehmen auseinanderreißen will, so halte ich das für zumindest schlecht vorbereitet. Mit der Brechstange geht dort nichts.

Utl.: Eine Chefsekretärin verdient 38.000 Euro pro Jahr

Das Wirtschaftsmagazin GEWINN bringt in seiner aktuellen Ausgabe eine Auflistung der derzeit in Österreichs Unternehmen gezahlten Sekretärinnengehälter. Demnach verdienen die heimischen Chefsekretärinnen im Schnitt 38.000 Euro jährlich und liegen damit im Europa-Vergleich auf Platz fünf. Mehr gezahlt wird in Deutschland, Dänemark, Großbritannien und der Schweiz (43.000 Euro).

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