"trend": Vorsicht bei AUA-Sanierung

AUA-Aufsichtsratchef Johannes Ditz warnt vor vorschneller Euphorie bezüglich der Sanierungspläne für die AUA.

Wien (OTS) - Noch-AUA-Aufsichtsratchef Johannes Ditz - er soll bei der kommenden Hauptversammlung am 8. Mai abgelöst werden - warnt vor vorschneller Euphorie bezüglich des Sanierungskurses der AUA, berichtet das Wirtschaftsmagazin "trend" in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe. Ditz wörtlich: "Wir haben immer noch ein ordentliches Stück des Weges vor uns - es reibt sich noch einiges."

Das bezieht sich insbesondere auf den Plan von Vorstandschef Vagn Sörensen, durch Flugzeugverkäufe die Bilanz zu sanieren. Die sogenannten "Leerkosten" durch in der jetzigen Krise nicht benötigten 15 Flieger schlugen sich in der AUA-Bilanz nämlich mit minus 65 Millionen Euro jährlich zu Buche, einer der größten Belastungsposten nach den Zinszahlungen von rund 95 Millionen Euro durch den hohen Fremdkapitalanteil.

Ditz setzt indes auf Geduld, nachdem immerhin drei Flugzeuge schon verkauft und sechs verleast werden konnten: "Wir können zur Zeit keine Flugzeuge mehr verkaufen, der Markt ist in einem Wellental - da ist halt ein längerer Atem notwendig".
Das dürfte auch einen weiteren Sanierungsschritt Sörensens betreffen:
Die Umstellung der Leasing-Finanzierung der AUA-Flieger. Bankanalysten sind nämlich skeptisch: Einerseits sei nicht sicher, ob Hersteller und Leasingfirmen einer solchen Regelung überhaupt zustimmen würden. Andererseits könnten die dadurch steigenden operativen Kosten den Vorteil der Schuldenreduktion schnell wieder zunichte machen.

Der Auftrag des Aufsichtsrates an den Vorstand zur Sanierung betrifft offensichtlich auch einige von der AUA gehaltenen Firmenbeteiligungen. Johannes Ditz im "trend": "Wir müssen die Beteiligungspolitik überprüfen - ob man da nicht Ballast über Bord werfen kann. Wir brauchen keine Beteiligung an Reisebüros oder Catering". Dass die Finanzsituation der AUA tatsächlich ernster ist, als er bei seinem Dienstantritt befürchtet hatte, gesteht auch AUA-Sanierer Sörensen rückblickend: "Die finanzielle Situation des Unternehmens hat sich aus heutiger Sicht schlechter als ursprünglich angenommen dargestellt".

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