Basel II: Wien unterstützt Klein- und Mittelbetriebe

Rieder präsentiert Wiener Modell zur Abfederung der Basel II-Bestimmungen; Kreditbürgschaften für 4 Millionen EURO für Klein-und Mittelbetriebe

Wien, (OTS) "Für Wiener Klein- und Mittelbetriebe wird es ab Mitte des Jahres Bürgschaften für Kredite in der Gesamthöhe von 4 Millionen EURO jährlich geben. Damit wollen wir die jetzt schon angewandten strengeren Kreditbedingungen, die durch ‚Basel II’ festgeschrieben werden sollen, abfedern", erklärten Wiens Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Vizebürgermeister Dr. Sepp Rieder und der Vorstandsvorsitzende der Wiener Kreditbürgschaftsgesellschaft-WKBG, Mag. Dr. Dieter Kaiser, am Dienstag im Rahmen des Mediengespräches des Bürgermeisters, an der auch Dr. Bernd RIESSLAND, Geschäftsfüherer des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds - WWFF, teilnahm. "Die Aktion ‚EURO-HAFTUNG 100’ läuft über die Wiener Kreditbürgschaftsgesellschaft-WKBG und soll vor allem den jungen Unternehmen und start-ups helfen", so Rieder. "Die rund 70.000 Wiener Klein- und Mittelbetriebe stellen einen zentralen Teil des Wiener Wirtschaftsgeschehens dar. Da die Wiener Wirtschaft zur Zeit einen Modernisierungs- und Innovationsschub erfährt, wollen wir gerade den Unternehmen, die diese Modernisierung mittragen, beste Voraussetzungen bieten und diese nicht verschlechtern", so Rieder.

"Da von Bundesseite nur Versprechungen zu hören sind, haben wir in Wien ein konkretes Paket für Klein- und Mittelbetriebe geschnürt. Denn gerade in der Phase der bevorstehenden EU-Osterweiterung  ist es besonders wichtig, die Basis für gesunde, exportorientierte Unternehmen zu sichern", betonte Rieder. "Wien unterstützt mit seinen Angeboten im Rahmen der Wirtschaftsförderung auch die Wiener KMUs, die Initiative "EURO Haftung 100" ist ein weiteres Angebot für diese Betriebe."****

WKBG bietet Bürgschaften für Kredite in der Höhe von 4 Mio. EURO jährlich

Ingesamt stehen Bürgschaften für Kredite in der Höhe von 4 Millionen EURO pro Jahr zur Verfügung. In Anspruch genommen werden können diese Bürgschaften für Unternehmensgründungen bzw. Investitionsfinanzierungen, die nachweislich den unmittelbaren Bedarf für die Fortführung des positiven Geschäftsganges haben. Die Bürgschaften stehen für Betriebsmittel- und Investitionskredite zur Verfügung. Dabei werden Einzelkredite bis zu einer Höhe von 250.000 EURO gesichert. Die maximale Laufzeit beträgt 5 Jahre. Die Kosten dafür betragen ein Prozent der Kreditsumme als Prüfentgelt und eine jährliche Provision, die sich nach dem maßgeschneiderten Modell errechnet.

Basel II erschwert Investitionen für Klein- und Mittelbetriebe

Kredite für Investitionen und Betriebsmittel stellen für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft oft ein Problem dar. Als Voraussetzung für die Finanzierung müssen sich auch die Banken dem international üblichen Ratingsystem unterwerfen. Dadurch werden die Klein- und Mittelbetriebe mit ihrer in der Regel schwierigeren Bilanzdokumentation und der geringeren Eigenkapitalausstattung mit höheren Risikoaufschlägen bewertet. Durch Basel II drohen nun vor allem den Neugründungen und Klein- und Mittelbetrieben strengere Eigenkapitalvorschriften, womit es für diese schwerer wird, Kredite zu bekommen bzw. die Kredite werden für diese Unternehmen teuer.

Die jetzt gültige Regelung "Basel I" schreibt vor, dass Kredite für Unternehmen mit acht Prozent Eigenmittel unterlegt sein müssen. Basel II sieht vor, Kreditnehmer stärker nach ihrer Bonitätseinstufung aufgrund eines Ratingverfahrens zu beurteilen. Das würde für schlechter bewertete Unternehmen die Notwendigkeit höherer Eigenmittelanteile bedeuten, wogegen Kreditnehmer der höchsten Bonitätsstufe eine geringere Eigenkapitalausstattung für Kredite benötigen würden. In Kraft treten werden die neuen Bestimmungen im Jahr 2005 oder 2006.

Wiener Kreditbürgschaftsgesellschaft-WKBG

Die Wiener Kreditbürgschaftsgesellschaft-WKBG wurde gegründet, um in Form von Bürgschaften Sicherheiten für Wiener Unternehmen zu bieten. Die Mittel der WKBG stammen von der Wirtschaftskammer Wien (26 Prozent) und der Stadt Wien (26 Prozent) sowie von namhaften Wiener Kreditinstituten. Förderungsschwerpunkte sind Bürgschaftsübernahmen für Investitionen in neue Produktionsstrukturen (z.B. Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen), Standortverlegungen sowie Betriebsneugründungen und -übernahmen. In besonders gelagerten Fällen ist auch die Übernahme von Bürgschaften für Betriebsmittelkredite möglich.

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