Internationale Auszeichnung für Christian Schuhböck

Prinz Henrik von Dänemark überreicht "Europa Nostra Medal of Honour"

Wien (OTS) - Am Samstag, den 23. März 2002, überreicht Seine Königliche Hoheit Prinz Henrik von Dänemark in seiner Funktion als Präsident von Europa Nostra die "Europa Nostra Medal of Honour" an Christian Schuhböck.

Die offizielle "Europa Nostra Awards Ceremony" findet -voraussichtlich im Beisein von Königin Margrethe II. - in der vornehmen Gobelin Halle des Schlosses Christiansborg (1) in Kopenhagen statt.

Christian Schuhböck, Generalsekretär der Naturschutzorganisation Alliance for Nature mit Sitz in Wien, wird für seinen ausdauernden und gewissenhaften Beitrag zum Schutz und zur Wertsteigerung des natürlichen und kulturellen Erbes von Europa mit dieses internationalen Auszeichnung geehrt. Weiters begründete das "Management Committee of Europa Nostra" seine Entscheidung damit, daß Christian Schuhböck zu jenen herausragenden Persönlichkeiten gehört, deren vorbildliche Arbeit für das Erbe Europas von EUROPA NOSTRA anerkannt wird.

In der Vergangenheit erhielten u.a. Seine Königliche Hoheit, der Prinz von Wales, Prof. Aleksander Gieysztor (ehemaliger Direktor des Königlichen Palastes in Warschau), Prof. Max Mayr (ehemaliger Präsident des Internationalen Städteforums Graz) und Prof. Dr. Carlo Pietrangeli (ehemaliger Direktor der Vatikanischen Monumente, Museen und Galerien) die "Medal of Honour".

Neben der Ehrenmedaille an Einzelpersonen werden im Rahmen der "Europa Nostra Awards Ceremony", zu der rund 300 Gäste eingeladen wurden, auch Urkunden für besondere Restaurierungsarbeiten vergeben.

Am Nachmittag kommt es zu einem Treffen mit Repräsentanten von Europa Nostra im Kastellet (2). Am Abend findet ein festliches Abendessen zu Ehren der Preisträger im Palais Christian VII. im Schloß Amalienborg (3) statt.

Prof. Norbert Burda

Mitglied des Councils von Europa Nostra

(1) Christianborg: ehemals Königsresidenz; heute Sitz des Dänischen Parlaments, des Außenministeriums und des Obersten Gerichtshofes; königliche Audienzräume
(2) Kastellet: ehemalige Zitadelle Frederikshavn; barocke Festung mit fünf Bastionen; 1996 restauriert;
Europa Nostra Award winner 2000
(3) Schloß Amalienborg: Rokokopalais; seit 1794 königliche Residenz

Kurzportrait von Christian Schuhböck

Christian Schuhböck setzte sich bereits als Student für die Erhaltung und den Schutz des Natur- und Kulturerbes in Europa ein und gründete hierfür die Naturschutzorganisation ALLIANCE FOR NATURE, die er seither als Generalsekretär leitet. 1988/89 organisierte er die Initiative "Rettet das Dorfertal", um einerseits die Ostalpen vor dem größten geplanten Speicherkraftwerk zu bewahren und andererseits den Nationalpark Hohe Tauern zu ermöglichen. Für diese Initiative wurde er bereits als 26-Jähriger mit dem Österreichischen Staatspreis für Umweltschutz ausgezeichnet. Ebenso im Kampf gegen das Donau-Kraftwerk bei Hainburg und für den Nationalpark Donau-Auen östlich von Wien erwarb sich der Naturschützer seine Verdienste und wurde hierfür mit dem Niederösterreichischen Umweltpreis ausgezeichnet. Seit 1990 arbeitet der Landschaftsökologe im Sinne der UNESCO-"Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt" und trug wesentlich zum Beitritt Österreichs zur Welterbe-Konvention 1993 bei.

1998 gelang es Christian Schuhböck, die Semmeringbahn mit ihrer landschaftlichen Umgebung in den Kreis der UNESCO-Welterbestätten zu führen. Während die Semmeringbahn, die erste Hochgebirgsbahn der Welt, noch vor einigen Jahren der Gefahr ihrer Einstellung ausgesetzt war und damit dem Verfall ausgeliefert wäre, wird sie heute als eines der bedeutendsten Kulturgüter Österreichs angesehen, renoviert und als wichtiges Element europäischer Identität erhalten. Im Jahr 2000 gelang es Christian Schuhböck, die Wachau, eine der schönsten Fluß-und Kulturlandschaften Europas, zur UNESCO-Welterbestätte erklären zu lassen. Die Wachau beherbergt eine der letzten freien Fließstrecken der oberen Donau sowie einzigartige Kulturdenkmäler und historische Landschaftsstrukturen. Christian Schuhböck hat - wie kaum ein anderer, fast im Alleingang - diese zwei Welterbestätten gegründet und damit ehemals gefährdete Landschaften bzw. Kulturdenkmäler unter den Schutz der internationalen Staatengemeinschaft gestellt.

Durch seine Mithilfe wurde 2001 der Aletschgletscher in den Berner Alpen zum Weltnaturerbe ernannt. 2000/2001 hat er die Initiative "Welterbe Donau-March-Thaya-Auen" ins Leben gerufen, um diesen einzigartigen Auwald Mitteleuropas an der Grenze von Österreich, Tschechien und der Slowakei ebenfalls vor großtechnischen Eingriffen zu bewahren.

Die Initiativen von Christian Schuhböck haben bereits weltweiten Vorbildcharakter. Die indische Darjeeling-Himalaya-Eisenbahn wurde 1999 zur zweiten Eisenbahn-Welterbestätte der Welt erklärt und die Fluß- und Kulturlandschaft des Mittelrheins für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbe-Liste vorgesehen. 2001 hat Christian Schuhböck Rußland den Vorschlag unterbreitet, die Transsibirische Eisenbahn als Welterbe zu nominieren.

Langfristiges Ziel von Christian Schuhböck ist die internationale Vernetzung von Welterbestätten, um das architektonische und landschaftliche Kultur- und Naturerbe in und außerhalb Europas besser schützen und erhalten zu können. Zu diesem Zweck betreibt er auch umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit, wofür er u.a. eine Ausstellung geschaffen hat, die weltweit im Einsatz ist und von der polnischen Welterbe-Stadt Torun bereits mit dem "Preis des Stadtpräsidenten von Torun" ausgezeichnet wurde.

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