Abteilungen in Wiener Krankenhäusern platzen aus allen Nähten

Gewerkschaft stellt sich vor Gesundheitspersonal

Wien (GdG/ÖGB). Schon über mehrere Monate sind insbesonders interne, aber auch chirurgische Stationen in den Spitälern der Stadt Wien überbelegt. Das führt zu einem deutlichen Anstieg an Beschwerden von PatientInnen und deren Angehörigen. Auch die Gewerkschaft schlägt nun Alarm.++++

"Ich verstehe, dass sich die betroffenen Menschen empören, wenn sie in einem der zahlreichen Notbetten am Gang liegen", sagt Monika Mauerhofer, Gewerkschaftschefin im Wiener Krankenanstaltenverbund, "aber auch für die Beschäftigten ist diese Situation sehr belastend."

"Es gibt für derartige Situationen keine Personalreserven, den Spitälern steht im Durchschnitt nur das Personal für eine 85-prozentige Bettenauslastung zur Verfügung. Wir sind auf einzelnen Stationen mit bis zu neun Gangbetten derzeit bei einer über 130-prozentigen Belegung!" stellt Mauerhofer fest. Besonders bedenklich stimmt sie der Umstand, dass auch die Sicherheit enorm leidet: "Eine Evakuierung im Brandfall wäre bei den vollgestopften Gängen das reinste Chaos!"

Bernhard Harreither, Vorsitzender des Personalgruppenausschusses Pflege, sieht eine der Ursachen im Mangel an Betten und Personal in den geriatrischen Zentren der Stadt Wien. "Dadurch können besonders ältere pflegebedürftige Menschen nicht im nötigen Umfang aus den Akutspitälern übernommen werden. Somit entsteht vor allem auf den internen Abteilungen ein teilweise künstlicher Überbelag. Die Einführung einer Geriatriezulage als Anerkennung für die anspruchsvolle Tätigkeit im geriatrischen Bereich könnte bei der Behebung des Personalnotstandes helfen und würde für alle beteiligten Abhilfe schaffen", fordert er.

Mauerhofer: "Die gesamte Belegschaft tut ihr Bestes, aber viele Kolleginnen und Kollegen der überbelegten Stationen laufen mittlerweile am Limit und werden auch zunehmen Opfer verbaler Attacken. Dabei sind sie es, die am wenigsten für die derzeitigen Gegebenheiten können. Ich ersuche die betroffenen PatientInnen und ihre Angehörigen daher eindringlich, ihren Unmut und allfällige Beschwerden direkt an das zuständige Managment des Wiener Krankenanstaltenverbundes, Herrn Generaldirektor Univ. Prof. Dkfm. Dr. Eugen Hauke zu richten. (Tel.:531 14-0)."

Um ähnliche Situationen für Patientinnen und Gesundheitspersonal künftig zu vermeiden, fordern Mauerhofer und Harreither abschließend auch eine bessere Koordinierung sowohl bei Akutfällen mit allen Rettungsorganisationen, als auch bei länger geplanten PatientInnenaufnahmen innerhalb des gesamten Wiener Krankenanstaltenverbundes.
(Schluss)

ÖGB, 24. März 2002 Nr. 256

Der ÖGB unterstützt das Volksbegehren "Sozialstaat Österreich" vom 3. bis 10. April 2002. Machen Sie mit! Jede Stimme zählt.

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (0664/3075834)

Monika Mauerhofer,
Vors. d. GdG, Hauptgruppe II - Wiener Krankenanstaltenverbund,

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB