"profil": Österreichische Stromlösung noch nicht in Sicht

Vertrauliches Verhandlungsprotokoll zeigt bislang wenig Konsensbereitschaft - heikle Themen noch nicht diskutiert -Verhandlungen könnten auch nach dem 29. 4. weitergehen

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheindenden Ausgabe berichtet, treten die Verhandlungen über die Schaffung einer österreichischen Stromlösung auf der Stelle. Vertrauliche Verhandlungsprotokolle über die bislang fünf Gesprächstermine zwischen den Landesstromgesellschaften und dem Verbund-Konzern zeigen, dass ein Konsens noch in weiter Ferne ist.

Den Verhandlungsprotokollen zufolge sind die Teilnehmer (Vertreter von Verbund sowie den Energieversorgern aus der Steiermark, aus Niederösterreich, Wien, Oberösterreich, Salzburg und dem Burgenland) nicht weitergekommen, als vor Jahren bei den Verhandlungen über die "Energie Austria". Dieses seinerzeit vom Verbund propagierte Konzept war im September 2000 am Veto der Wiener, der Niederösterreicher und der Tiroler gescheitert.

Bislang haben sich die Gepräche, so "profil", auf die beiden Wertschöpfungsstufen Handel und Vertrieb konzentriert. Die "heißen Eisen" - die Zusammenführung von Produktion und Stromnetze - wurden noch nicht verhandelt.

Im Bereich Vertrieb gibt es laut "profil" Konsens darüber, dass das Großkundengeschäft der Unternehmen in eine neu zu gründende Gesellschaft zusammengeführt werden soll. Wie Großkunden definiert werden sollen, ist allerdings noch offen: Die Landesversorger plädieren laut Verhandlungsprotokoll für einen Schwellenwert ab vier Gigawattstunden, der Verbund betrachtet Abnehmer von mehr als 0,1 Gigawattstunden als Geschäftskunden.

Im Bereich Handel wollen die Landesversorger Verbund-Strom zu fixen Preisen, die unter den Marktpreisen liegen, beziehen.

Spätestens am 30. April muss eine Einigung über die österreichische Stromlösung vorliegen, ab diesem Zeitpunkt möchte der Verbund die Gespräche über die Wasserkraft-Ehe mit dem deutschen E.ON-Konzern wieder aufnehmen. Doch die Verhandler rechnen offenbar nicht damit, die Gespräche bis zu diesem Zeitpunkt vollständig abschließen zu können, berichtet "profil". Zitat aus dem Verhandlungsprotokoll:
"Liegt eine Grundsatzeinigung vor, dann können die letzten Details auch nach dem 29. 4. erarbeitet werden."

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"profil"-Redaktion

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