"Kleine Zeitung" Kommentar: "Pamphlet" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 23.03.2002

Graz (OTS) - Die Kirche zu verspotten, ihren Glauben zu verhöhnen und damit viele Menschen zu verletzen, ist heute zur wohlfeilen Übung einer gewissen Kulturszene geworden. Auch mittlere Größen feiern damit billige Erfolge.

Wie der Karikaturist Gerhard Haderer für sein gezeichnetes Pamphlet können sie der Aufmerksamkeit des öffentlich-rechtlichen Mediums sicher sein und prompt findet sich auch ein Schriftsteller, der das Werk geistreich kommentiert.

Wird das einmal nicht schweigend hingenommen, tut der Künstler ganz erstaunt: Wie humorlos denn die von ihm Verletzten seien. Wer widerspricht, enthüllt sich als Feind der Freiheit der Kunst.

Bei jeder anderen Religion wäre dergleichen eine grobe politische Unkorrektheit, aber beim Christentum ist es gewissermaßen ein Heimspiel.

Freilich muss sich auch der Kardinal fragen lassen, ob der Fall Haderer zwar nicht unter seiner Wahrnehmungs-, aber unter seiner Reaktionsschwelle liegen müsste.

Das Wort des Vorsitzenden der Bischofskonferenz ist gewichtig und wichtig. Er muss es erheben, "sei es gelegen oder ungelegen". Auch er
darf dabei nicht nach dem Beifall von dort schielen, wo er sicher und leicht zu haben ist. ****

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