Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerb 2002: Zwei Förderpreise und ORF-Preis für fernsehgerechte Stoffe vergeben

Wien (OTS) - Im Rahmen der diesjährigen Diagonale wurden heute, am Freitag, dem 22. März 2002, die Sieger des Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerbs 2002 - des mit insgesamt 21.810 Euro höchstdotierten Drehbuchpreises Österreichs, der dem Filmpionier Carl Mayer gewidmet ist - bekannt gegeben. Die Landeshauptstadt Graz veranstaltete den Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerb, der heuer das Thema "Wir denken. Wir sind. Wir handeln" trug, zum insgesamt neunten Mal, bereits zum dritten Mal beteiligte sich der ORF daran und stiftete einen TV-Preis für fernsehgerechte Stoffe in Form eines in weiterer Folge dramaturgisch betreuten Entwicklungsauftrags. Somit wurden heute aus insgesamt 58 Einreichungen, darunter 13 TV-Stoffe und vier Dokumentarfilmstoffe, zwei Kinofilm-Treatments und ein TV-Film-Treatment prämiert.

Zwei Förderpreise an Wienerin Ursula Wolschlager und Kärntner Thomas Klein
Vergeben wurden diesmal jedoch an Stelle eines Hauptpreises zwei gleichwertige Förderungspreise in der Höhe von jeweils 10.900 Euro:
Einen Förderungspreis erhielt die Wienerin Ursula Wolschlager für ihr Treatment mit dem Titel "Transit", das den Ausbruch einer jungen Frau aus einem inhaltlosen Leben voller Langeweile, Wiederholung und Nichtdenken beschreibt; der zweite Preis ging an den Klagenfurter Thomas Klein für seinen Entwurf mit dem Titel "Polterabend" - die Geschichte eines oberösterreichischen Autors, der nach Jahren, inzwischen entfremdet und entwurzelt, wieder in seine Heimat zurückkehrt und dort mit der ambivalenten Gefühlswelt seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Außerdem gab es zwei lobende Erwähnungen: Eine davon ging an die Grazerin Olga Flor für ihr Treatment mit dem Titel "Erlkönig" - das Porträt einer jungen Generation auf der Suche nach emotionaler Stabilität in einem sinnentleerten Alltagshedonismus; die zweite lobende Erwähnung sprach die aus Branchenvertretern zusammengesetzte siebenköpfige Jury dem Wiener Peter Hörmanseder für sein Treatment mit dem Titel "Schlafende" aus, das sich mit den fehlenden Perspektiven der Mittelschicht über drei Generationen hinweg befasst, festgemacht am Beispiel zweier Familien unterschiedlicher soziografischer Situierung.

ORF-Preis für fernsehgerechte Stoffe an Vorarlbergerin Daniela Egger Die fünfköpfige ORF-Jury vergab dem ORF-Preis für fernsehgerechte Stoffe in Form eines Entwicklungsauftrags an das Treatment "World Wide Violence" von Daniela Egger aus Bregenz. Die Jury hat damit eine Geschichte ausgewählt, die an sich eine Fernsehtauglichkeit erhoffen lässt und deren Figurenkonstellation und aktueller Ansatz interessieren können. Der Entwicklungsauftrag versteht sich in diesem Fall als Kontaktaufnahme, Ermutigung und Einladung zur konstruktiven Auseinandersetzung mit dem Stoff.

Zu den bisher realisierten Drehbüchern von Carl-Mayer-Drehbuch-Preisträgern zählen unter anderem Barbara Alberts preisgekrönter Problemfilm "Nordrand" und Florian Flickers ebenfalls ausgezeichnetes Roadmovie "Suzie Washington".

Abschließend möchte die Jury des Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerbs zu den Einreichungen Folgendes feststellen: Die Jury erwartet von den Autorinnen und Autoren in Zukunft, also ab 2003, eine intensivere und vielschichtigere Auseinandersetzung mit dem vorgegebenen Thema und den damit verbundenen Figuren, ihren Motivationen, Konflikten und Widersprüchlichkeiten. Weiters erwartet die Jury Stoffe, die ihren Sitz im Leben haben und Charaktere, die in sich stimmig sind. In Anbetracht des diesjährigen Niveaus der Einreichungen - inhaltlich wie formal - fordert die Jury nachdrücklich eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit dem Handwerk und seinen Gesetzmäßigkeiten, um dem Publikum die Chance zu geben, von der Gefühls- und Gedankenwelt des Autors und seiner Figuren berührt zu werden.

Das Thema für die Ausschreibung des 10. Carl-Mayer-Drehbuchwettbewerbes wird im Mai 2002 veröffentlicht.

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