FP-Unterreiner: Der Wiener Kulturstadtrat bekennt sich zur Bilderstürmerei!

Eiserner Vorhang in der Wiener Staatsoper soll nach Meinung Mailath-Pokornys verdeckt bleiben.

Wien, 22-03-2002 (fpd) - Während der heutigen Fragestunde des Wiener Gemeinderats entlarvte sich der Wiener SP-Kulturstadtrat Dr. Mailath-Pokorny einmal mehr als Denkmalstürmer, nachdem er auf die freiheitliche Anfrage bezüglich der Verhüllung des Eisernen Vorhangs in der Wiener Staatsoper ein Bekenntnis zur dauernden Verdeckung dieses Kunstwerkes abgab.

Für Unterreiner sei dies ein bedenkliches und gefährliches kulturpolitisches Signal, wenn
Kulturfunktionäre nach persönlichem Gutdünken und ideologischer Motivation Artefakte demontieren, übermalen, verhängen, oder aber, wie dies ja nunmehr Kulturstadtrat Mailath-Pokorny getan habe, diese Aktivitäten für gut und richtig halten. Diese Art von ideologischer Kulturpolemik solle nach dem Ende zweier Diktaturen endgültig vorbei sein und nicht als eine wie auch immer geartete Renaissance erleben, warnt Unterreiner.

Der Umstand, daß Mailath-Pokorny dieses Werk nicht gefalle, wie er heute verlauten habe lassen, sei völlig uninteressant. Tatsache sei jedenfalls, daß der Eiserne Vorhang seit dem Jahre 1955 hänge, 1997 von Ian Holender in einer ""Kulturattacke" verhüllt wurde, und nun, nachdem diese unselige Aktion endlich auslaufe, wiederum Anlaß für eine ideologische Hexenjagd werde.

Unterreiner stellte während der Diskussion klar, daß es für die Gestaltung des Eisernen Vorhanges 3 Ausschreibungsdurchgänge gab, wobei 16 österreichische Künstler 78 Entwürfe eingereicht hätten. Alle drei Konkurrenzen konnte Eisenmenger damals anonym für sich entscheiden. Gerade heuer, zum 100. Geburtstages des Wiener Künstlers wäre es ein Gebot der Versöhnung und der Anerkennung, des Kunstwerk Eisenmengers, das in seiner Gesamtheit das Thema "Orpheus und Eurydike" zeigt, dem interessierten Opernpublikum wieder zugänglich zu machen, so Unterreiner.

Die immer wiederkehrende Vorwürfe bezüglich seiner Rolle in der NS-Zeit gehen dabei völlig ins Leere. In einem Schreiben vom 12.Mai 1945 vom damaligen Wiener Stadtrat Dr. Viktor Matejka bürgt dieser für Eisenmengers menschlich-künstlerische korrekte Haltung während der "abgelaufenen Periode".

Im Zusammenhang mit der heutigen Wortmeldung Mailath-Pokornys und dem Unwillen des Wiener Staatoperdirektors stellt sich die Kultursprecherin Mag. Unterreiner auch die Frage, ob denn - nachdem für die Verantwortlichen die "Schuld" und "Nazi-Vergangenheit" "eindeutig" und damit "erwiesen" sei - nunmehr auch die Schändung des Gobelinsaals in der Staatsoper als nächstes dran sei, da die großen Wandgobelins, die Szenen aus Mozarts Zauberflöte zeigen, ebenfalls nach Entwürfen von Prof. Eisenmenger angefertigt wurden.

Die Wiener Freiheitlichen fordern auf jeden Fall die Wiederherstellung des "Eisernen" in der Staatsoper und LAbg. GR Mag. Unterreiner drückte abschließend ihre Hoffnung aus, daß doch noch die Vernunft in dieser Frage siegen werde. (Schluß) jen

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