FP-Sichrovsky: Merkwürdiges Schweigen der Linken zu politischem Mord in Italien

Unterschiedliche Empfindlichkeit gegen Links- oder Rechts-Terror zeigt mangelndes Demokratieverständnis

Wien, 2002-03-22, -(fpd)- " Der abscheuliche Mord an dem italienischen Regierungsberater Marco Biagi durch Mitglieder der linksextremen "Roten Brigaden" zeigt nicht nur die weit unterschätzte Brutalität und Gewalttätigkeit des linksextremen Terrorismus, sondern auch die unterschiedlichen Reaktionen der "Linken" auf die verschiedenen Formen der politischen Gewalt", stellte heute der freiheitliche Generalsekretär Mag. Peter Sichrovsky fest. "Während bei jeder tatsächlichen oder vermuteten rechtsextremen Aktivität den konservativen Parteien bereits eine Form von Mitschuld unterstellt wird und allen voran die Vertreter der Grünen und der SPÖ demokratisch gewählte Politiker als sogenannte Wegbereiter des Rechtsextremismus bezeichnen, reagieren sie bei dem mörderischen Links-Terror mit Schweigen und vornehmer Zurückhaltung", so der Generalsekretär weiter.

"Wo sind die Leitartikel und Kommentare der sogenannten unabhängigen Presse, in denen dieser Mord in Italien verurteilt wird? Wer unterstellt linken Politikern ein ideologisches Naheverhältnis zu den Mördern der "Roten Brigaden", wegen einer Ähnlichkeit in der Sprache, wenn die Terroristen die Hinrichtung des Regierungsberaters damit begründen, daß dessen Reformpläne "zur Ausbeutung der Arbeiter" führe?", fragt sich Sichrovsky. Da in dem Bekennerschreiben der Terroristen mehrere Zitate von Marx und Lenin enthalten seien, könne man wohl mit Recht in Zukunft jene als Sympathisanten des linksextremen Terrors bezeichnen, die ebenfalls diese beiden kommunistischen Theoretiker zitieren - das entspreche zumindest der Logik, die in umgekehrter Richtung bei rechtsextremen Bekennerbriefen so manchem konservativen Politiker unterstellt wurde.

"Die Doppelmoral der Vertreter und Sympathisanten der Linken wenn es um linken Mord und Terror geht, ihre unterschiedlichen Empfindlichkeiten und ihre aufgesetzte Empörung gegen den sogenannten "rechten" Terror entzieht ihnen jegliche moralische Autorität. Der Mord an Marco Biagi zeigt das mangelnde Demokratieverständnis der Linken und ihrer Sympathisanten und wird somit auch zum Lehrstück ihres Verhältnisses zu Gewalt und Terrorismus", schloß Sichrovsky.

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