Bald höhere Stromrechnungen für Haushalte! AK verlangt Herabsetzung der Energieabgabe

Linz (AKO) Die Liberalisierung des Strommarktes entpuppt sich für Haushaltskunden zusehends als Flop. Abgaben und Zuschläge werden den Preisvorteil nicht nur auffressen, sie werden den Strom sogar verteuern. AK-Präsident Hubert Wipplinger fordert die Bundesregierung auf, die Erhöhung der Energieabgabe zurückzunehmen. Diese wurde vor knapp zwei Jahren mehr als verdoppelt.

Ein Vergleich des Strompreises vor der Liberalisierung mit dem von heute zeigt, dass die Haushaltskunden lediglich zwischen zwei und drei Prozent weniger zahlen. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch sind das etwa 9 bis 15 Euro im Jahr.

Der Preisvorteil könnte deutlich höher sein. Doch 70 Prozent davon hat die Bundesregierung durch die Erhöhung der Energieabgabe abgeschöpft - bei einem Durchschnittshaushalt immerhin 36 Euro im Jahr. Und mit 6 Euro im Jahr frisst die ÖKO-Energie-Abgabe des Landes Oberösterreich zusätzliche 12 Prozent des Liberalisierungsvorteils.

Nun hat E-Control, die für die Liberalisierung zuständige Behörde, eine Herabsetzung der Netztarife angekündigt. "Damit werden für die Mehrheit der Haushaltskunden wieder völlig überzogene Hoffnungen geweckt", meint AK-Präsident Hubert Wipplinger.

Denn in Kürze sind Zuschläge zu erwarten, die diese Senkung mehr als ausgleichen werden. Einige dieser Zuschläge sind in Vorbereitung, für andere gibt es sogar schon Verordnungen (etwa für Verrechnungsstellen oder die Tätigkeit der E-Control).

"Die Haushalte, die praktisch keine Vorteile aus der Liberalisierung haben, werden nun für ein System des freien Stromhandels zur Kasse gebeten, ohne es nutzen zu können", kritisiert Wipplinger.

Er fordert die Bundesregierung auf, den Haushaltskunden die Vorteile der Strommarkt-Liberalisierung zurückzugeben und die Erhöhung der Energieabgabe zurückzunehmen. Diese wurde mit Juni 2000 von 0,73 Cent auf 1,5 Cent pro Kilowattstunde angehoben - eine Erhöhung um mehr als 100 Prozent als Beitrag zum Nulldefizit des Bundesbudgets.

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