Alte Schmiede: Texte über Heimat und Heimatlosigkeit

Wien (OTS), Leopold Federmair, Edith Dranhofer-Demar, Catalin Dorian Florescu und Laura Plozner van Ganz werden kommenden Montag, den 25. März, aus teilweise unveröffentlichten Manuskripten und Texten in der Alten Schmiede lesen. Die Schriftstellerin Renata Zugina, die auch die Auswahl der Autoren vorgenommen hat, wird durch den Abend begleiten. Roter Faden dieser literarischen Veranstaltung sind die Begriffe "Heimat" bzw. "Heimatlosigkeit."

Leopold Federmair wird aus seinem noch unveröffentlichtem Manuskript "Scherbenhaufen" lesen. Der stark autobiographisch gehaltene Text ist der Versuch, ein Resümee über 25 Jahre Unterwegssein zu ziehen. Der aus Wels stammende Schriftsteller Federmair, der seit 1993 als freier Autor und Übersetzer lebt, kann auf eine reisebewegte Vita zurückblicken. Zwischen 1985 und 1993 lebte und arbeitete er als Lektor für deutsche Sprache in Ungarn, seit 1989 bereist er regelmäßig Südamerika. Der 45jährige Schriftsteller, der auch immer wieder im Feuilleton österreichischer Tageszeitungen publiziert, veröffentlichte zuletzt den Erzählband "Kleiner Wiener Walzer" (2000) und den Essayband "Die kleinste Größe" (2001).

Österreichs südlichstes Bundesland, Kärnten, ist Ort der beiden Bücher "Hekabe" und "Hekate", die Edith Dranhofer-Demar vorstellen wird. Die frühere Kultur- und Wissenschaftsjournalistin, die sich bereits mit "First Land: Hommage an Kärnten, weiblich" (1995) literarisch mit ihrer Heimat auseinandergesetzt hat, versucht anhand tatsächlicher Begebenheiten aus dem Kärntner Kulturleben die Fortdauer literarischen Schaffens jenseits aktueller politischer Verhältnisse zu betonen. Ein besonderes Augenmerk legt Dranhofer-Demar dabei auf den spezifisch weiblichen Zugang zur Literatur.

"Wunderzeit", der Debütroman des 1967 in Temesvar (Rumänien) geborenen Schriftstellers Catalin Dorian Florescu, ist ein weiterer Beitrag des "Heimatabends" in der Alten Schmiede. Florescu, der vergangenes Jahr Hermann-Lenz-Stipendiat war und darüber hinaus auch mit dem "Schillerpreis" ausgezeichnet wurde, lebt heute in Zürich (Schweiz), wo er als Psychologe arbeitet. Sein bislang mehrfach positiv rezensierter Roman "Wunderzeit" beschreibt die tragisch-absurden Lebensverhältnisse der rumänischen Familie Teodorescu in den 70er Jahren unter der Diktatur Nicolae Ceaucescus bzw. auch die keineswegs immer nur positiven Erfahrungen im westlichen Ausland. Bemerkenswert an "Wunderzeit" ist vor allem die konsequent durchgehaltene kindliche Erzählperspektive, die Alin, der 10jährige Sprössling der Familie einnimmt.

Lyrik der ganz besonderen Art, nämlich aus dem gemeinhin unbekannten Tischlbongerischen, bildet den Abschluss der Lesung. Verfasserin der Gedichte ist Laura Plozner van Ganz, die in Timau, einer der zahlreichen Sprachinseln Südtirols, lebt und arbeitet. Die Wurzeln des Tischlbongerischen sind zwar unbekannt, die Sprache stellt aber eine Verbindung zwischen Italienischem und Deutschem her. In der Problemstellung den diversen baskischen Dialekten nicht unähnlich, wird auch das Tischlbongerische nur in einem Tal gesprochen, was zu Folge hat, dass hier Italienisch als Ausweichsprache - im Baskenland ist es spanisch - genutzt wird. Da Laura Plozner van Ganz bedauerlicherweise nicht direkt anwesend sein wird, werden die Übersetzerin Cristine M. Pabst und Ingeborg Gyer anstelle der Schriftstellerin aus den Gedichten lesen. Jedoch wird eine Hörprobe mit der Originalstimme der Autorin vorgeführt werden.

o Termin: Montag, 25. März 2002

Ort: Alte Schmiede (1., Schönlaterngasse 9)
Beginn: 19.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

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o Alte Schmiede : www.alte-schmiede.at/

(Schluss) hch

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