Baumeister fallen nicht vom Himmel...

Wien (OTS) - Baumeisterprüfungskommissäretagung spricht sich für vernünftige Gewerbeliberalisierung und gegen Nivellierung nach unten aus!

Für die Beibehaltung eines anspruchsvollen Qualifikationsniveaus für Baumeister sprachen sich die Baumeisterprüfungskommissäre anläßlich der am 21. und 22. März 2002 stattfindenden turnusmäßigen Tagung in Salzburg aus.

Die Tätigkeit des Baumeisters ist mit großer Verantwortung für Leib, Leben, Gesundheit und nicht zuletzt für Vermögenswerte der Konsumenten verbunden. Aus diesem Grund soll nach Ansicht der Baumeisterprüfungskommissäre im Zuge der anstehenden Gewerbeordnungsnovelle das Baumeistergewerbe weiterhin erst nach Ausstellung eines positiven Bewilligungsbescheides sowie einer Zuverlässigkeitsprüfung durch den Landeshauptmann und nicht schon ab Anmeldung bei der Bezirkshauptmannschaft ausgeübt werden können.

Tagungsvorsitzender DI Marius Garo: "Wenn erst im Nachhinein geprüft wird, ob jemand die Voraussetzungen für die Ausübung des Gewerbes erfüllt, ist das nicht liberal, sondern gemeingefährlich! Nachdem ein Gebäude eingestürzt und Personen zu Schaden gekommen sind, ist es zu spät!"

Außerdem ist es, so Garo nicht nachvollziehbar, warum die bisher vorbildliche Prüfungsabwicklung vom Amt der Landesregierung zur Meisterprüfungsstelle verlagert werden soll.

Auch die Festlegung des Berechtigungsumfanges soll nach Ansicht der Prüfungskommissäre, nicht wie im Entwurf vorgesehen, in einer Verordnung, sondern weiterhin im Gesetz verankert sein. Gegen die Einräumung eines relativ unbeschränkten Ermessens für Änderungen per Verordnung werden von Verfassungsexperten ernsthafte Bedenken ins Treffen geführt.

Im Sinne einer Liberalisierung von einfachen Instandsetzungsarbeiten tritt das Gremium für die Schaffung eines Bauhandwerkergewerbes mit vereinfachtem Gewerbezugang ein.
Eine zentrale Forderung besteht auch in der Schaffung eines einheitlichen österreichischen Baurechtsgesetzes, in dem neben Berechtigungsumfang und Zugangsvoraussetzungen für Baugewerbe auch sonstige zentrale Baugesetze, insbesondere eine bundeseinheitlich föderalistisch paktierte Bauordnungen und Vergabevorschriften enthalten sind.

Der Baumeisterprüfungskommissäretagung gehören neben Spitzenbeamten des Bundes und der Länder auch Baumeister und sonstige Fachexperten aus ganz Österreich an, die von den Landeshauptleuten als Prüfer bestellt sind. Seit drei Jahren sind in diesem Gremium auch Delegierte der Bundesinnung der Zimmermeister vertreten.

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