- 19.03.2002, 09:18:50
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Vana: Schutz für Frauen in der Sexarbeit verbessern=
Grüne fordern Verstärkung der Beratungs- und Ausstiegshilfen seitens der Stadt Wien
Wien (Grüne) - Die Wiener Grünen nehmen den im Zusammenhang mit
dem Ex-Eislaufstar Wolfgang Schwarz bekannt gewordenen spektakulären
Fall von Mädchenhandel zum Anlaß, auf die unmenschlichen Lebens- und
Arbeitsbedingungen ausländischer Sexarbeiterinnen in Wien
hinzuweisen. Dringend notwendig sei der Ausbau geeigneter Beratungs-
und Ausstiegshilfen für Sexarbeiterinnen seitens der Stadt Wien und
eine Enttabuisierung des Themas.
Frauensprecherin Monika Vana: "Viele der in Wien geschätzten 6000
(illegal) arbeitenden Sexarbeiterinnen haben sklavenähnliche
Arbeitsbedingungen, sind tagtäglicher Gewalt ausgesetzt, abhängig von
ihren männlichen Zuhältern, und müssen einen großen Teil ihres hart
verdienten Einkommens an ihre Zuhälter abliefern - wie auch im
jüngsten Fall wieder belegt. Da darf die Gesellschaft nicht
wegschauen!"
Statt die Schutzbestimmungen für Frauen in der Sexarbeit zu
verbessern und Prostitution wie in anderen europäischen Ländern voll
arbeits- und sozialrechtlich anzuerkennen, zeige sich hierzulande
anhand des zwiespältigen Umgangs mit Prostitution deutlich der Stand
der Doppelmoral der Gesellschaft: "Einerseits werden Frauen, die der
Prostitution nachgehen, nach wie vor systematisch herabgewürdigt,
diskriminiert, entrechtet, gedemütigt und gesellschaftlich geächtet.
Andererseits profitieren Männer vom Vorhandensein eines Angebotes an
Prostitution, ebenso wie die boomende Sexindustrie, die mit der
Hoffnungslosigkeit und Abhängigkeit von Frauen gute Geschäft macht."
Besonders ausweglos sei die Lage der betroffenen Migrantinnen.
Vana: "Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs werden immer mehr junge
Mädchen, insbesonders aus Mittel- und Osteuropa, aufgrund von
Täuschungen und falschen Versprechungen von organisierten Banden in
die Prostitution gezwungen. Oft hoch verschuldet, werden sie im
Zielland in eine Zwangslage gebracht, werden aufgrund ihrer
rechtlosen Situation zur Ausübung von Dienstleistungen gezwungen,
werden ihrer Würde und ihrer persönlichen Integrität beraubt. Die
Ausbeutung von Frauen zum Zweck des Profits der Sexindustrie ist auch
in Österreich seit Jahren traurige Realität".
Die Wiener Grünen erneuern ihre Forderung an die Stadt Wien nach
einem Ausbau der Beratungs- und Ausstiegshilfen für Sexarbeiterinnen.
Seit der Einstellung des Projekts "Schlußstrich" gebe es kaum
niederschwellige Einrichtungen, an die sich Sexarbeiterinnen wenden
können, obwohl die Zahl der illegalen Sexarbeiterinnen ständig
steigt. Die Wiener Grünen appellieren an Frauenstadträtin Renate
Brauner, die Einrichtungen für Sexarbeiterinnen mit Schwerpunkt
Gewalterfahrung, Gesundheitsprävention und Hilfestellung beim
Ausstieg auszubauen.
Rückfragehinweis: Grüner Klub im Rathaus: Tel: 4000/81821
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