"Kleine Zeitung" Kommentar: "Drei Minister" (von Doris Piringer)

Ausgabe vom 19.3.2002

Graz (OTS) - Halbzeit im Omofuma-Prozess, der "Ministerblock"
im Zeugenstand ist abgehakt und das Gericht verordnete sich eine zweiwöchige Pause.

Löschnak. Einem. Schlögl. Einer nach dem anderen, exakt ihrer Amtszeit entsprechend, musste dem Richter Rede und Antwort stehen. Die brennende Frage: Was haben die Politiker von den ganz normalen praktiken des Mundverklebens bei Schubhäftlingen gewusst?

No na. Eh klar. Nichts. Doch je näher die Amtszeit der Minister zur Tatzeit rückte, desto ahnungsloser wurden sie.

Franz Löschnak, er war bis 1995 Minister, erinnerte sich, dass "dieses Thema ein oder zwei Mal an ihn herangetragen" wurde. Immerhin.

Caspar Einem - er nahm Anfang 1997 den Hut - hat von "solchen Praktiken nie etwas erfahren".

Und Karl Schlögl schließlich - zur Tatzeit 1999 der verantwortliche Ressortchef - hat "nie etwas vom Mundverkleben gehört". Ehrlich.

Es gibt ein Sinnbild mit drei weisen Affen: Nichts sehen. Nichts höhren. Nichts reden. Der Überlieferung nach war es ein geheimnisvoller Abwehrzauber, der die Tiere zum Verstummen zwang.

Das war aber in Asien und nicht in Korneuburg.****

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