Vizekanzlerin Riess Passer bekräftigt Forderung nach Ausstieg aus der Atomenergie

In einem Vortrag vor der F.A.Hayek Stiftung in Bratislava nimmt Riess Passer zum Thema "Gegenwärtige Lage und die Zukunft slowakischer Energetik" Stellung

Wien (OTS) - Vizekanzlerin Dr.Susanne Riess Passer bezog heute in einem Vortrag in Bratislava vor der F.A. Hayek Stiftung umfassend Stellung zur Frage "Kernenergie - Ja oder Nein" und erläuterte an Hand von überzeugenden Sachargumenten die auch historisch gewachsene Ablehnung und Sorge der Österreichischen Bevölkerung in Bezug auf die Nutzung von Kernenergie.

Riess Passer widerlegte dabei die Argumente der Befürworter der Kernenergie, die immer wieder ins Treffen führten, dass diese Form der Energienutzung sicher, umweltfreundlich, nachhaltig, im Sinne der Erreichung des Kyoto-Zieles etc. sei.

Für die Vizekanzlerin ist klar, dass "die Belastung künftiger Generationen durch lebensgefährliches Material neben der Unfallgefährdung so gravierende Gefahren und Risiken mit sich brächten, womit die Energieversorgung der gegenwärtigen Generation auf Kosten der Sicherheit und Gesundheit aller künftigen Generationen unzumutbar und unverantwortlich ist".

Riess Passer verweist bezüglich der Frage der Gewährleistung der Energieversorgungssicherheit darauf, dass das zur Atomenergiegewinnung notwendige Uran eine begrenzte Ressource sei, wohingegen erneuerbare Energieträger in unendlichem Ausmaß vorhanden seien und der gesamte Energiebedarf mit einem intelligenten Mix aus Sonne, Wasser, Wind und Biomasse gedeckt werden könnte. Dass Österreichs Energieversorgung auf einem hohen Anteil an erneuerbaren Energieträgern, der im Jahr 1999 bereits bei 26,4 % des Gesamtenergieeinsatzes lag, basiere, dokumentiere die Realisierbarkeit.

Zur Kostenfrage betonte Riess Passer "würde man die externen Kosten der Atomenergiegewinnung, wie Risiko und Auswirkungen einer nuklearen Verstrahlung, Atommülltransporte, Atommüllendlagerung, usw. internalisieren, so wäre Atomstrom unbezahlbar". Dass Atomkraftwerke aufgrund des unberechenbaren Risikos nicht versicherbar wären, spreche für sich. Auch vor dem Hintergrund des 11.September habe die Sicherheitsfrage brennende Brisanz erhalten.
Dass in der Europäischen Union bereits eine Mehrheit von Staaten die Kernenergie nicht energetisch nutzen würden - sechs Mitgliedstaaten nämlich Griechenland, Irland, Dänemark, Portugal, Luxemburg und Österreich seien nie eingestiegen - sei von wichtiger Signalwirkung. Für bedauerlich hält die Vizekanzlerin die Position der EU Kommission, die in Ihrem Weissbuch über Zukunft der Energieversorgung feststellte, dass die Kernenergie auch weiterhin einen fixen Bestandteil der europäischen Energieversorgung bilden würde. "Hier ist noch ein hartes Stück Überzeugungsarbeit zu leisten", betonte Riess Passer.

Gegenüber der slowakischen Regierung brachte die Vizekanzlerin Dank zum Ausdruck "für die konstruktive Haltung in den Verhandlungen über die Schließung des AKW Bohunice V-1 bis 2006 bzw.. 2008". Damit wird die Slowakei bis 2006 voraussichtlich in den Genuss von etwa 150 Mio Euro zur Stilllegung der Blöcke 1 und 2 von Bohunice V-1 kommen.

Die Vizekanzlerin stellte an den Schluss Ihres Vortrages ein Zitat von Bruno Kreisky, der zum Ausdruck brachte "Die Erkenntnis meines Lebens ist die, dass man gegen die Atomenergie sein muss."

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