Österreichische Tourismuspolitik ist zukunftsorientiert

Rossmann: "Mit unseren strategischen Schwerpunktprogrammen tragen wird den touristischen Weiterentwicklungen voll Rechnung."

Wien (BMWA/OTS) - Anlässlich der heutigen internationalen Pressekonferenz Österreichs auf der ITB Berlin 2002 ging Tourismus-Staatssekretärin Mares Rossmann auf Strategien der österreichischen Tourismuspolitik ausführlich ein. ***

Das abgelaufene Tourismusjahr 2001 sei wieder ein Rekordjahr im österreichischen Tourismus gewesen. Im vergangenen Jahr kamen 26.883.488 Gäste nach Österreich, generierten 16,5 Mrd. Euro Umsatz (+7,5%) und bewirkten eine Nächtigungssteigerung von 1,3% gegenüber dem Vorjahr, resümierte Rossmann. Auch der Spitzenwert an deutschen Gästen - Österreichs Hauptherkunftsmarkt - aus dem Jahr 1992 konnte wieder erreicht werden - und das trotz eines weltweiten Rückgangs von 1,3% bei Touristenzahlen. Ein Spitzenergebnis, über das man sich natürlich freue, aber, so Rossmann weiter, man dürfe dabei auch nicht vergessen, touristische Weiterentwicklungen voranzutreiben, denn permanent entstehen weltweit neue touristische Destinationen, Reiseströme verschieben sich, Motive der Reisenden verändern sich.

Die Frage, was die österreichische Tourismuspolitik dazu beitragen könne, beantwortete Rossmann folgendermaßen: ‚Mein Selbstverständnis als erste Staatssekretärin für Tourismus: Tourismuspolitik ist die bewusste Förderung und Gestaltung des Tourismus durch Einflussnahme auf die touristisch relevanten Gegebenheiten. Dazu braucht man eine Vision, eine klare Vorstellung von dem, wie und was Tourismuspolitik bewirken soll.' Ihre, Rossmanns, Vision für den österreichischen Tourismus sehe so aus: Österreichs Tourismuswirtschaft soll sich selbstbestimmt am internationalen Markt den Mitbewerbern stellen können, d.h. keine Fremdbestimmung und daher Erhaltung der für Österreich typischen KMU-Struktur im Tourismus (85% der Betriebe haben nur bis zu 4 Mitarbeiter, sind also Familienbetriebe.).

Was sind die großen Herausforderungen im internationalen Tourismus? Als Herausforderungen nannte Rossmann die 3 ‚I': Internationalisierung bzw. Globalisierung der Branche / Internet bzw. New Economy / Industrialisierung der Dienstleistung bzw. Zwang zu Kooperationen. Österreich weise da in einigen Segmenten weltweit gesehen auch einige Schwächen auf: zu geringe Kooperationsdichte, zu geringes Innovationspotenzial, Überschuldung der Betriebe, zu geringe Produktivität (also hoher Anteil an personalisierten und niedrig qualifizierten Dienstleistungen). Auf der anderen Seite habe Österreich weltweit ein erstklassiges Ausbildungssystem im Tourismus, lange Erfahrung und wertvolle touristische Gesinnung der im Tourismus Tätigen, so Rossmann.

Wie kann man den Schwächen in der Tourismuswirtschaft begegnen?

Um diesen Schwächen entgegenzuwirken, habe sie, Rossmann, strategische Schwerpunktprogramme für den Tourismus ins Leben gerufen. Das seien langfristig wirksame Programme zur Erhöhung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Tourismus. Anders als Förderungen zielen diese Programme darauf ab, die wesentlichen Kompetenz- und Entscheidungsträger zu Trägern der künftigen Entwicklung zu machen.

Welche Schwerpunktprogramme werden derzeit in Österreich umgesetzt?

Schwerpunktprogramm (SSP) 1 nennt sich "Destination Management Austria" - ein international sehr viel beachtetes Projekt, das die Managementstrukturen der Tourismusdestinationen wettbewerbsfähig machen wird. 14 Destinationen (inkludieren 30 % der touristischen Umsätze in Österreich) haben sich dabei zusammengeschlossen und arbeiten jetzt gerade gemeinsam in 4 zentralen Projekten daran, optimale Prozesse und Instrumente zu entwickeln. Die Anfragen aus dem Ausland hinsichtlich Beteiligungsmöglichkeiten belegen auch die internationale Anerkennung für diese weltweit einzigartige Initiative.

SSP 2 ist "Austria - Wellbeing Destination of Europe" mit dem Ziel, Österreich als DIE Gesundheitsdestination in Europa zu positionieren. In Österreich gibt es weltweit führende Ärzte, lange medizinische Tradition (Wiener Schule) aber auch ausgezeichnete Angebote im Bereich Wellness, Kur, Rehabilitation und Kliniken. Die wesentlichsten Kompetenzträger aus den Bereichen Forschung, Wissenschaft, Tourismus und Wirtschaft arbeiten nun in 11 Projekten zusammen, um Österreich als Wellbeing-Destination zu etablieren. Einen wichtigen Stellenwert nehmen dabei ein u.a.: Qualifizierung, Qualitätssicherung, Markenbildung, gemeinsame Forschung, etc. Rossmann weiter: "Wir sehen das als ehrgeiziges Ziel - denn auch dieses Projekt (ebenfalls weltweit das erste Clusterentwicklungsprojekt im Tourismus) bringt schon derzeit sehr viel Bewegung in die österreichische Tourismuswirtschaft; erstmals wird etwa über eine internationale Vermarktungsplattform gesprochen."

Beide Projekte sind übrigens auch im Internet zu finden - www.dmma.at bzw. www.wellbeingdestination.at , wo die aktuellste Informationen abgerufen werden können. (Schluss) bxf

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