Rotes Kreuz eröffnet Hospiz in Salzburg - Forderungen für ein Leben in Würde bis zuletzt

Wien (OTS) - Das Helga Treichl Hospiz des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) in Salzburg wird heute feierlich eröffnet. Unheilbar kranke Menschen sollen hier nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt in Würde leben können.

Unter dem Motto "Lindern, wo Heilung nicht mehr möglich ist" werden Patienten, die unheilbar krank sind, ganzheitlich betreut und begleitet. Das Angebot des multiprofessionellen Teams reicht von Schmerzbehandlung und Symptomlinderung bis hin zu psychosozialer Betreuung und Trauerbegleitung der Angehörigen. Das ist das Konzept der Palliative Care. Die Grundsätze der Hospizbewegung fließen seit Jahren in die mobile Pflege und Betreuung durch das Rote Kreuz ein. Das ÖRK eröffnet mit dem Helga Treichl Hospiz sein erstes stationäres Hospiz.

"Wenn Hospize kein Modethema für Sonntagsreden bleiben sollen, sind substantielle Änderungen im Gesundheitswesen notwendig", erklärt Rotkreuz-Präsident Fredy Mayer.

Dazu fordert das Österreichische Rote Kreuz:
- Die Prinzipien von Palliative Care und die Grundsätze der Hospizidee müssen in alle Einrichtungen des Gesundheitswesens integriert werden. Um Forschungsaktivitäten im Bereich Palliative Care in Österreich anzukurbeln, ist ein Lehrstuhl für Palliative Care zu schaffen.

- Gut ausgebildete, freiwillige MitarbeiterInnen können in die Betreuung der Schwerkranken Qualitäten einbringen, die so von angestellten Mitarbeitern nicht erbracht werden können. Ihre Ausbildung und Begleitung muss sichergestellt und finanziert werden.

- Hospizbetten mit palliativer Betreuung in Pflegeheimen müssen durch öffentliche Finanzierung abgesichert werden.

- Verbesserung und Finanzierung des Schnittstellenmanagements. Zum Wohl des Patienten müssen Experten in Brückenteams die Pflege koordinieren und zwischen Krankenhäusern, Hausärzten, Tageshospiz und Hauskrankenpflege vermitteln.

- In mobilen Palliativ-Support-Teams unterstützen Ärzte, Pflegepersonen, therapeutische Dienste, Seelsorger und Sozialarbeiter sowohl das Fachpersonal in den Gesundheitseinrichtungen als auch die schwerkranken Patienten und ihre Angehörigen. Auch ihre Arbeit muss ausgebaut und finanziert werden.

"Nur so" fasst Mayer zusammen, "können wir unser gesetztes Ziel erreichen: Lebensqualität für schwer kranke Menschen. Für ein Leben in Würde - bis zuletzt."

Weitere Informationen finden Sie unter http://hospiz.roteskreuz.at

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