"Der (im-) perfekte Mensch" Feierliche Ausstellungseröffnung mit Bundespräsident Johannes Rau - AUDIO (web)

Stuttgart (ors) - Vorschlag zur Anmoderation

Wie sieht, hört oder fühlt ein behinderter Mensch? "Der (im-)perfekte Mensch" heißt eine Ausstellung, die am 15. März im Berliner Martin-Gropius-Bau eröffnet wird. Die Ausstellung zeigt auf beeindruckende Weise, dass Unvollkommenheit, der Makel, ja sogar die Behinderung im Wesen des Menschen liegt. Ein Beitrag von Katharina Partyka:

Beitrag (vorproduziert)

Sprecher: Die Ausstellung setzt auf sinnliche, für Nicht-Behinderte ungewohnte Erfahrungen: Heike Zirden Pressesprecherin der Aktion Mensch und Mitinitiatorin:

O-Ton (ors05621) Zirden

Der Titel "Der imperfekte Mensch" ist sehr bewusst gewählt, denn es geht um den Umgang mit menschlicher Unvollkommenheit, und das zeigen wir am Beispiel von behinderten Menschen.

Sprecher: Musik nicht hören, sondern auf einer Trommel spüren; das Alphabet ertasten; oder im Dunkeln in eine andere Welt eintauchen:
Ausstellungsdesigner Fred Berndt:

O-Ton (ors05622) Berndt

Plötzlich hört man eine einzelne Violine und die Stimme einer Frau, die von ihrer Welt erzählt, von ihrer Welt der Dunkelheit. Und sie sagt, dass eigentlich die Sehenden, wenn sie das erleben könnten, dass sie sie eigentlich beneiden müssten, weil sie viel intensiver erleben kann.

Sprecher: ... ein Handicap, also eine menschliche Schwäche als Stärke - das ist neu. Denn seit jeher werden behinderte Menschen ausgegrenzt oder aber mit Zwang der Gesellschaft angepasst:

O-Ton (ors05623) Berndt

Das Thema ist natürlich manchmal hart. Und das darf man nicht aussparen. Sagen wir mal Contergan-Kinder, weil jeder kennt die. Sie passten nicht in unserer tradiertes Menschenbild, deshalb wurden ihnen Prothesen angeschnallt, mit denen sie gar nichts anfangen konnten - die Prothesen kann man da sehen. Da wird man nachdenklich.

Sprecher: Wir leben in einer Welt, die das Unvollkommene nicht akzeptiert. Diese Problematik spitzt sich durch die Fortschritte in der Gentechnik immer mehr zu. Der perfekte Mensch wird machbar, doch es bleibt die Frage, ob das Mögliche auch moralisch vertretbar ist. Heike Zirden:

O-Ton (ors05624) Zirden

Es geht um die Diskussion um Pränataldiagnostik, Wunschkinder, Fragen der Gentechnologie, der Bioethik, der Sterbehilfe. Und behinderte Menschen sind eigentlich nur der Katalysator, um sie geht es im Moment im Zentrum der Diskussion, letztendlich geht es aber um jeden Einzelnen von uns.

Vorschlag zur Abmoderation

Die Ausstellung wird bis 2. Juni im Martin-Gropius-Bau Berlin zu sehen sein. Ungeduldige können Sie aber auch im Internet besuchen unter www.imperfekt.de

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