Ärzte zu Ambulanzgebühren: Deutlicher Struktureffekt sichtbar

Wien (OTS) - Nach Auffassung der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) hat die Ambulanzgebühr im zurück liegenden Jahr einen deutlichen Struktureffekt gebracht. "Die jüngst in Tirol vorgelegten Zahlen zeigen, dass es tatsächlich eine Verringerung der Patientenströme in die Ambulanzen gegeben hat", berichtet ÖÄK-Präsident Dr. Otto Pjeta am Mittwoch in einer Aussendung. "Nach diesem Datenmaterial gingen die Ambulanzbesuche 2001 um 1,3 Prozent zurück. Das zeigt, dass insgesamt weniger Menschen die Ambulanzen frequentierten und der beabsichtigte Effekt der Gebühr schon greift."

Für ein Urteil darüber, ob der Rückgang im niedergelassenen Bereich aufgefangen werde, sei es jedoch noch zu früh, warnt Pjeta. Der Beobachtungszeitraum ist viel zu kurz", kritisiert der ÖÄK-Präsident. "Ich warne davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. Der niedergelassene Bereich muss als Reaktion auf die neuen Erfordernisse allerdings ausgebaut werden. Was wir in diesem Zusammenhang dringend brauchen, sind Gruppenpraxen, um eine zeitlich flexiblere und umfassendere Betreuung der Patienten zu gewährleisten."

Nicht bestätigen kann Pjeta die Beobachtung, wonach sozial Schwächere durch die Ambulanzgebühr generell von einem Arztbesuch abgehalten würden. "Für den niedergelassenen Bereich ist das keinesfalls der Fall", korrigiert der ÖÄK-Präsident den entstandenen Eindruck. "Der Zustrom in den Ordinationen ist ungebrochen." Auch könne er sich nicht vorstellen, dass sozial schwächere Patienten wegen der Ambulanzgebühren die Spitalsambulanzen mieden. Pjeta: "Es gibt in sehr hohem Ausmaß eine Befreiung von der Ambulanzgebühr für sozial Schwächere. Die soziale Lage der Patienten wird damit bei der Gebühr berücksichtigt. Niemand wird daher aus sozialen Gründen von einem Ambulanzbesuch abgehalten. Das Sozialministerium ist aufgefordert, Zahlen vorzulegen, in welch hohem Prozentsatz Befreiungen bereits erfolgen."

Grundsätzlich spreche aus den Behauptungen des Verwaltungsdirektors der Landeskrankenanstalten Tirol, die jüngst in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht wurden, die persönliche Betroffenheit, urteilt Pjeta. "Die Interessenslage der vorgelegten Untersuchung ist klar. Berechnungen dieser Art kann man daher nicht verallgemeinern. Grundsätzlich sollte ein Verwaltungsdirektor bei dem Bereich bleiben, den er betreut und nicht versuchen, bundespolitische Entwicklungen zu steuern und zu beeinflussen." (Schluss)

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